Forscher stellten nun fest, dass der weltweite Klimawandel offenbar mitverantwortlich ist für die wachsende Zahl von Pollenallergikern.
Kohlendioxid forciert Pollenproduktion
"Wir beobachten Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Pollenflug und dem Auftreten von Allergien", sagte Karl-Christian Bergmann vom deutschen Polleninformationsdienst (PID) in Berlin. Dort findet in dieser Woche die Klimakonferenz "Continents under Climate Change" statt.
Demzufolge scheint die Zunahme der Kohlendioxid-Konzentration die Pollenproduktion deutlich anzukurbeln.
Frühere Blüte, stärkeres Wachstum
Versuche in Gewächshäusern zeigten, dass Pflanzen, die einer höheren Kohlendioxidmenge ausgesetzt waren, nicht nur stärker wuchsen und früher blühten, sondern auch ein Vielfaches an Pollen produzierten.
Obwohl die verstärkte UV-B-Strahlung der Sonne die Vermehrung der Pollen etwas hemmte, zeigten die Studien, dass die wachstumsfördernden Aspekte stärker waren. Durch das wärmere Klima würden sich auch Pflanzen auf andere Regionen ausbreiten, was sich ebenfalls auf die Häufung von Allergien auswirke.
Winde verbreiten Pollen weiter
Ein weiterer Aspekt sind laut Allergologen die vertikalen Winde, die durch die Klimaerwärmung noch verstärkt werden. Demnach werden Pollen in hohen Luftschichten über viel größere Entfernungen verbreitet als bisher. Entsprechend können Allergiker auch für Pollen sensibilisiert werden, die sich nicht in der Nähe des Wohnorts befinden.
Höheres Allergierisiko
Laut einer Gesundheitsbefragung der Statistik Austria leiden Frauen häufiger als Männer an Allergien. Bei Kindern ist das Erkrankungsrisiko demnach gestiegen. Im Untersuchungszeitraum von 1995 bis 2003 nahmen etwa die Fälle von Heuschnupfen um 19 Prozent zu.
Osten und Süden besonders betroffen
In Österreich wird die Pollensaison heuer vor allem im Osten und Süden stark ausfallen. Im Norden und Westen rechnen die Experten mit geringeren Belastungen als üblich.
Ziemlich heftig werden die Wochen des Birkenpollenflugs laut Siegfried Jäger vom Österreichischen Pollenwarndienst heuer für Allergiker in Klagenfurt. Auch in Wien soll es massivere Belastungen geben als im Vorjahr. Eine Abnahme bzw. Stagnation wird in Innsbruck, Linz, Lienz und Salzburg erwartet.
Gräserpollen ab Mai
Die Saison der Gräserpollen, unter denen die meisten Allergiker leiden, beginnt im Mai. Roggen verursacht dabei die größten Probleme. Wie stark die gesundheitlichen Belastungen sein werden, hängt vor allem von den Temperaturen ab und davon, wie viel es zwischen April und Juni regnet.
Die gesamte Pollensaison dauert bis August. Am längsten - von Jänner bis Juli - gibt die Erle Blütenstaub ab. Noch keine Prognosen gibt es derzeit für Ragweed und Beifuß. Bei ihnen lasse sich das Ausmaß des Pollenflugs erst Ende Juni einschätzen, so Jäger.
Der Beifuß hat seine Blütezeit im August, der Höhepunkt wird etwa in der Monatsmitte erreicht. Zu diesem Zeitpunkt setzt für ein bis eineinhalb Monate die Ragweed-Blüte ein. Sie hat ihren Zenit Anfang September.
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