Mittel gegen schlechten Ruf gesucht

Ein Anti-Piraten-Manöver trug den Namen "Rattenfalle".
Sie kapern Handelsschiffe, erpressen Lösegeld und wollen dafür auch noch respektiert werden. Die Piraten aus Somalia planen jetzt laut einem Bericht der arabischen Zeitung "Al-Schark al-Awsat" (Dienstag-Ausgabe) eine Imagekampagne, um etwas gegen ihren schlechten Ruf zu tun.

Ein Pirat sagte der Zeitung in einem Telefoninterview, in der Hafenstadt Eyl werde demnächst eine Versammlung der Seeräuber stattfinden. Dabei wolle man über Methoden der Imageförderung sprechen.

"Vertreten eine gerechte Sache"
"Die ganze Welt stellt uns als Terroristen und Bande von Verbrechern dar, aber das ist falsch, wir vertreten eine gerechte Sache", sagte der Seeräuber.

"Reaktion auf Überfischung"
Die Piraten erklärten bereits mehrfach, ihre Angriffe auf Handelsschiffe seien eine Reaktion auf die Überfischung ihrer Küstengewässer durch ausländische Fischfangflotten und die Geschäfte einer westlichen Müllmafia, die in dem Seegebiet wiederholt Sondermüll abgeladen habe.

Anti-Piraten-Manöver hieß "Rattenfalle" Im Golf von Aden, wo die somalischen Piraten besonders häufig auf Beute lauern, hielten Offiziere der US-Marine Anfang dieses Monats ein Manöver mit Schiffen und Marinesoldaten aus Singapur und Russland ab. Das Manöver trug den Namen "Rattenfalle".

Erstmals Beutezug im Indischen Ozean Somalische Piraten wagten sich unterdessen so weit wie nie zuvor nach Osten vor: Fast 1.200 Seemeilen östlich von Somalia im Indischen Ozean brachten sie drei thailändische Fischtrawler mit insgesamt 77 Mann an Bord in ihre Gewalt.

Schiff soll nach Somalia gebracht werden Die "Atalanta"-Mission der EU-Marinestreitmacht Navfor teilte am Dienstag auf ihrer Website mit, der Besatzung gehe es gut, die Piraten seien mit den gekaperten Schiffen nach Somalia unterwegs. Die "MV Prantalay 11", die "MV Prantalay 12" und "MV Prantalay 14" gehörten einer in Thailand ansässigen Firma.

Patrouillen seit Ende 2008 Internationale Kriegsschiffe patrouillieren den Golf von Aden, eine der am stärksten befahrenen Schifffahrtsrouten der Welt, seit Ende 2008. Im Indischen Ozean vor der afrikanischen Küste und im Golf von Aden haben Seeräuber in den vergangenen Jahren Dutzende von Handelsschiffen in ihre Gewalt gebracht.

In der Regel werden die Schiffe nach Zahlung eines Lösegelds wieder freigegeben. Um der Anti-Piraten-Armada zu entgehen, steuern die somalischen Seeräuber zunehmend weiter entfernte Gewässer an.

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