Kanada und die Ukraine machten zudem auf dem Nukleargipfel erste Zugeständnisse für mehr atomare Sicherheit.
Baldige Resolution erwartet
Der Sicherheitsberater des US-Präsidenten, Ben Rhodes, gab sich nach den anderthalbstündigen Beratungen zwischen Obama und Hu am Rande des Gipfels zur atomaren Sicherheit in Washington optimistisch: "Wir erwarten eine Resolution noch im Frühjahr, es könnte jetzt eine Frage von Wochen sein."
Obamas Ostasien-Berater Jeff Bader betonte, dass die Chinesen zur Zusammenarbeit mit den USA bereit seien.
China für "Dialog und Verhandlungen"
Die chinesische Seite begnügte sich indes mit einer etwas vageren Formulierung. Delegationssprecher Ma Zhaoxu sagte, nach Auffassung der Volksrepublik seien "Dialog und Verhandlungen" die bestgeeigneten Möglichkeiten, eine atomare Aufrüstung des Iran zu verhindern.
"China hofft, dass die beteiligten Parteien ihre diplomatischen Anstrengungen verstärken", sagte Ma. "Druck und Sanktionen" seien zwar keine Lösung, allerdings schloss der Sprecher die Möglichkeit einer neuen Runde von Strafmaßnahmen gegen Teheran nicht aus.
Sanktionen gegen den Iran gefordert
Im Streit mit dem Iran drängen die USA auf eine neue Runde von UNO-Sanktionen. Das könnte China im Sicherheitsrat durch ein Veto verhindern. Der Sicherheitsrat hat bereits dreimal Sanktionen gegen den Iran wegen Verstößen gegen UNO-Resolutionen verhängt. Nicht nur die USA befürchten, dass der Iran nach der Atombombe strebt.
Das Außenministerium in Teheran teilte am Dienstag mit, die chinesischen Kommentare deuteten nicht auf eine Einigung auf "neue ungerechte Maßnahmen" hin.
Russland warnt vor Iran-Sanktionen
Russlands Präsident Dimitri Medwedew warnte erneut vor Sanktionen gegen den iranischen Energiesektor. Diese würden das Land lähmen und vor allem die Bevölkerung treffen, sagte Medwedew. Diskutiert wird etwa über ein Verbot von Treibstofflieferungen, auf die der Iran wegen seiner veralteten Raffinerien angewiesen ist.
Während Brasiliens Außenminister Celso Amorim eine Fortführung der Verhandlungen mit dem Iran forderte, unterstrich Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy: "Die Geduld hat ihre Grenzen."
Verringerung des Plutoniumbestandes
Zur Verbesserung der nuklearen Sicherheit verabredeten die USA und Russland eine Verringerung ihre Bestände an waffenfähigem Plutonium. Jene Anteile, die nicht für die jeweiligen Verteidigungsprogramme benötigt würden, sollten unschädlich gemacht werden, teilte das US-Außenministerium mit.
Damit solle verhindert werden, dass das überschüssige Plutonium "jemals in die Hände von Terroristen fällt". Eine entsprechende Vereinbarung soll am Dienstag unterzeichnet werden.
Mehr als 40 Staats- und Regierungschefs
Mit dem Gipfel zur nuklearen Sicherheit will Obama nach eigenen Worten "die Welt ein bisschen sicherer machen". Dazu hat er Staats- und Regierungschefs von mehr als 40 Ländern nach Washington eingeladen. Es sei bereits ein Erfolg, dass derart viele Länder der Einladung gefolgt seien.
Einige Länder kündigten noch vor dem offiziellen Beginn des Gipfels konkrete Schritte zur Sicherung von Nuklearmaterial an. So will Kanada Bestände an hochangereichertem Uran zur Verwahrung in die USA überführen. Das kündigte der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper an.
Ukraine will vollständigen Verzicht
"Terroristen müssen daran gehindert werden, in den Besitz von Materialien zu kommen, die für den Bau von Atomwaffen verwendet werden könnten", sagte Harper. Die Ukraine erklärte ihren vollständigen Verzicht auf hochangereichertes Uran.
Ein Großteils des Materials, das für Atomwaffen verwendet werden könnte, solle noch dieses Jahr außer Landes geschafft werden, sagte Präsident Viktor Janukowitsch. Obama sprach von einem "historischen Schritt". Gerade die Ukraine mit den seit Jahren unsicheren Machtverhältnissen wurde von Experten als mögliches Ziel von Terroristen gesehen, um sich Nuklearmaterial zu beschaffen.
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