Die Protonenstrahlen seien wie geplant aufeinandergetroffen, teilten die Forscher nüchtern mit. In ihrem eigenen Microblog auf der Internet-Plattform Twitter ließen sie ihren Emotionen über die geglückte wissenschaftliche Sensation dafür freien Lauf.
"Weltrekord!!!!!!!!"
Im Minutentakt berichteten die Forscher von dem ständigen Hochfahren der Energie, bis sie schließlich um 13.01 Uhr vermeldeten: "Kollisionen bei Experiment!!!!!!!!!!!", und eine Minute später: "Zum ersten Mal in der Geschichte!!!!!!!!!!!! Weltrekord!!!!!!!!"
Wohl auch, um Skeptikern ihre Ängste vor den Experimenten zu nehmen, meinten die Forscher gleich darauf bescheiden: "Der Natur gelingt das mit der kosmischen Strahlung die ganze Zeit (und mit mehr Energie), aber das ist das erste Mal, dass das in einem Labor gelungen ist."
Im dritten Anlauf geglückt
Ängste, das Experiment könne außer Kontrolle geraten, alle Materie verschlingende schwarze Löcher freisetzen und so gar den Weltuntergang heraufbeschwören, blieben unbegründet. CERN-Chef Rolf Heuer sprach von einem "tollen Tag, um Teilchenphysiker zu sein".
Am Anfang hatte dabei alles danach ausgesehen, als würde sich die bisherige LHC-Pannenserie fortsetzen. Die Physiker brauchten drei Anläufe. Unregelmäßige Energieversorgung und ein Sicherheitsmechanismus hatten die Maschine zuvor gestoppt.
Auf der Suche nach der Dunklen Materie
Der LHC soll Atomkernteilchen mit bisher unerreichter Energie aufeinanderprallen lassen und dabei Bedingungen wie nach dem Urknall, der "Geburt" des Universums, schaffen. Die Forscher erwarten sich davon Antworten auf grundlegende wissenschaftliche Fragen.
Damit wollen die Wissenschaftler unter anderem der mysteriösen Dunklen Materie auf die Spur kommen, die im Weltall vier- bis fünfmal so häufig ist wie die uns bekannte. Außerdem soll der LHC das Rätsel beantworten, wie Materie zu ihrer Masse kommt.
Links:
- tvthek.ORF.at (ZIB-Beitrag)
- CERN-Microblog (Twitter)
- LHC
- Webcast der LHC-Versuche