Auch Folge der Umweltzerstörung

2006 trug ein Sandsturm 300.000 Tonnen Staub nach Peking.
Der bisher stärkste Sandsturm des Jahres hat am Samstag die Luft in der chinesischen Hauptstadt Peking orange-gelb verfärbt. Straßen, Autos und Gebäude wurden von einer Staubschicht bedeckt.

Auf dem internationalen Flughafen mussten Flüge wegen schlechter Sicht verschoben werden.

Warnung an die Bevölkerung
Die Behörden warnten die Bewohner der Stadt vor möglichen gesundheitlichen Gefahren und wiesen sie an, ihre Wohnungen nur in wirklich dringenden Fällen zu verlassen. Als Schutz wurde das Tragen von Atemmasken empfohlen, körperliche Anstrengung sollte vermieden werden, hieß es.

Die Luftqualität sei "gesundheitsschädlich", warnte der nationale Wetterdienst in Peking.

Mehrere Regionen betroffen
Von dem Sturm sind außer der Millionenmetropole die Regionen Xinjiang und Innere Mongolei (Neimengu) sowie die Provinzen Shanxi und Hebei betroffen.

Wüsten breiten sich dramatisch aus
Heftige Sandstürme sind u. a. Folge der sich immer weiter ausbreitenden Wüsten in China. Hauptursache dafür sind wiederum Überweidung, Abholzung, die Ausbreitung der Städte und Dürren. Wüsten bedecken inzwischen etwa ein Drittel des Territoriums der Volksrepublik.

Die Regierung investiert Millionen Euro in die Anpflanzung von Bäumen, um die verbliebenen Vegetationsbarrieren zu stärken.

Schwierige Gegenstrategie
Erschwert werden die Bemühungen jedoch durch den Klimawandel und den immer stärker steigenden Wasserbedarf des Riesenreichs. Trotzdem sieht Peking Fortschritte.

Dank der Maßnahmen habe sich die Situation zuletzt "enorm gebessert", erklärte Guo Hu vom staatlichen Wetterdienst gegenüber der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua und verwies darauf, dass es im letzten Jahr nur einen starken Sandsturm gegeben habe.

Frequenz der Stürme stark steigend
Die Chinesische Akademie der Wissenschaften schätzt, dass sich die Zahl der Stürme in den vergangenen 50 Jahren auf jetzt zwei Dutzend im Jahr versechsfacht hat. Staubwolken werden dabei teilweise bis in die USA geweht. Vor vier Jahren hatte ein Sandsturm rund 300.000 Tonnen Staub nach Peking verfrachtet.

Anfang der kommenden Woche soll der Sturm in Richtung der koreanischen Halbinsel abziehen. Für die südkoreanische Hauptstadt Seoul ist bereits eine Warnung aufrecht.

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