Tendenz in Wien steigend
Genaue Zahlen zu den bisherigen Austritten im März kann die Erzdiözese Wien laut ihrem Sprecher noch nicht vorlegen. Allein aus den Rückmeldungen persönlicher Natur könne man die Tendenz ablesen: "In diesem Monat werden es sicherlich sehr viel mehr."
Bei Menschen, die der Kirche bereits fernstünden, reiche oftmals eine öffentliche Diskussion wie derzeit aus, um einen Austritt zu initiieren - mehr dazu in wien.ORF.at.
Niederösterreich verzeichnet Zunahme
Die Diözese St. Pölten verzeichnete seit Anfang März bereits 300 Kirchenaustritte. Im gesamten Februar waren es 399 Fälle. "Es ist jedenfalls eine Zunahme", gab Hans Pflügl von der Diözese zu - mehr dazu in noe.ORF.at.
Vorwürfe gegen Patres in Kremsmünster
In Oberösterreich sind die Kirchenaustritte seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Patres des Stiftes Kremsmünster vergangene Woche sprunghaft gestiegen.
Die Februar-Zahlen waren aber im Vergleich zum Vorjahr eher niedrig. Grund dürfte die Affäre um den verhinderten Weihbischof Gerhard Maria Wagner sein, die Ende Jänner 2009 ins Rollen kam.
Verdreifachung der Austritte
In Salzburgs Bezirkshauptmannschaften laufen seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in der Kirche die Telefone heiß. In der Stadt Salzburg traten in der ersten März-Hälfte bereits 120 Menschen aus der katholischen Kirche aus, das ist ungefähr das Dreifache einer "normalen" März-Hälfte.
Im Vergleich zu den Rekordaustritten 2009 könnte sich die Zahl heuer in Salzburg erneut verdoppeln - mehr dazu in salzburg.ORF.at.
Häufung in letzten zwei Wochen
Das für Austritte aus der katholischen Kirche zuständige Grazer Bürgeramt registrierte seit dem Bekanntwerden von Missbrauchsfällen vor rund zwei Wochen einen starken Anstieg jener Menschen, die der Kirche den Rücken kehren wollen.
Leiterin Ingrid Bardeau sagte am Montag, dass seit Anfang März 339 Katholiken aus ihrer Kirche ausgetreten seien. Der März ist wegen des vierteljährlich einzuzahlenden Kirchenbeitrags - im Februar erfolgt die Vorschreibung - tendenziell ein eher stärkerer Austrittsmonat.
"Signifikanter Anstieg" in Kärnten
Seit Beginn der Debatte kündigten in den größeren Städten Kärntens zahlreiche Katholiken ihren Austritt an. Bei der Diözese spricht man von einem "signifikanten Anstieg". In den ländlichen Gebieten ist der Unmut zwar ebenfalls groß, eine Austrittswelle gibt es dort bisher aber nicht.
Seit 1. Jänner verzeichnete die Diözese Innsbruck 658 Kirchenaustritte. "Das sind um 27 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres", sagte Reinhard Grübl, Diözesanreferent für Kirchenbeitrag. Vergangenes Jahr hatte die Causa Wagner im ersten Quartal für rund 900 Austritte gesorgt.
Austritte zeitverzögert
"Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass Austrittswellen etwas zeitverzögert passieren", sagte Grübl. Es könnte durchaus sein, dass der Höhepunkt derjenigen, die aufgrund der derzeitigen Missbrauchsfälle der Kirche den Rücken kehren, erst in zwei Monaten erreicht sein werde.
Nach den bekanntgewordenen Missbrauchsfällen verzeichnen die Vorarlberger Bezirkshauptmannschaften im März eine regelrechte Austrittswelle. Bis Monatsmitte zeigten rund 220 Personen ihren Austritt aus der Kirche an - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.
TV-Hinweis
Dem Missbrauchsskandal in der Kirche widmen sich am Dienstag auch die TV-Sendungen "Report" um 21.05 Uhr und "kreuz und quer" um 22.30 Uhr jeweils in ORF2.
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