"Neue Dimension von Dummheit"
Der Chef der Polizeigewerkschaft im Beamtenbund, Rainer Wendt, sprach noch kurz nach dem filmreifen Coup von "Dilettanten" und einer "neuen Dimension von Dummheit" - sowohl was die "Bewaffnung als auch die Berge von Spuren" betreffe.
Denn die Täter waren nicht immer maskiert, ließen Filmaufnahmen, DNA-Spuren, Fingerabdrücke und Hunderte Zeugen zurück. An einem schnellen Fahndungserfolg gab es im Prinzip keine Zweifel.
Warten auf Fahndungserfolg
Dutzende Zeugen wurden befragt. Sogar Hinweise aus der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" wurden in die Ermittlungen einbezogen.
Eine Woche danach lässt der Fahndungserfolg weiter auf sich warten. Eine vorübergehende und von der Polizei bestätigte Festnahme eines Mannes durch Spezialeinheiten Freitagabend musste am Samstag wieder rückgängig gemacht werden. Die Berliner Polizei bestätigte, dass sich der Mann nicht mehr in Polizeigewahrsam befinde. Nach der irrtümlichen Festnahme hatte die Polizei noch zwei weitere Wohnungen untersucht.
Opfer einer Verwechslung
Der Verhaftete wurde Opfer einer Verwechslung, wie die "Berliner Morgenpost" schrieb. In einem abendlichen Verhör hatte er laut Zeitung auch jede Beteiligung an dem Überfall bestritten. Der falsche Verdächtige war bereits wegen eines Überfalls auf ein Casino 2004 zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Er war erst seit kurzem wieder auf freiem Fuß.
Laut "Berliner Morgenpost" glaubte die Polizei irrtümlich, ihn anhand eines Fotoabgleichs mit Aufnahmen des Überfalls von 2004 identifiziert zu haben.
Vergleich mit Überfall in Casino
Das Raubkommissariat vom Landeskriminalamt (LKA) hatte schon Mitte vergangener Woche den Fall mit früheren Überfällen verglichen, um aus Parallelen Rückschlüsse auf die Täter ziehen zu können. Nach dem Raubüberfall auf das Casino im Hotel Park Inn 2004 wurden vier Männer aus einer arabischen Großfamilie gefasst und verurteilt.
Turnier illegal
Wie der "Spiegel" berichtete, soll der Wettbewerb rechtlich nicht einwandfrei gewesen sein. Da die Veranstaltung vom Internet-Anbieter Pokerstars unterstützt wird, der in Deutschland illegale Glücksspiele betreibe, sei das Turnier in anderen deutschen Bundesländern unerwünscht gewesen. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hätten das Spiel deshalb verhindert.
Grundsätzlich sei Pokerspiel mit hohen Einsätzen nur in zugelassenen Spielbanken mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen erlaubt. Um das Turnier dennoch ausrichten zu können, sei mit einem juristischen Trick gearbeitet worden. So sei die Spielbank Berlin zum alleinigen Veranstalter und das Grand Hyatt zum "zeitweiligen Spielbankstandort" erklärt worden.
Links: