Die Staaten brauchten Hilfe, und dabei sei ein gut organisierter Markt für gemeinsame Euro-Anleihen wünschenswert. "Das Überleben Griechenlands beseitigt noch nicht alle Zweifel an der Zukunft des Euro."
Verweis auf Spanien und Italien
"Für Griechenland dürfte eine Notfallhilfe reichen", schreibt Soros. "Aber dann gibt es ja noch Spanien, Italien, Portugal und Irland. Sie haben zusammen einen Anteil am Euro-Land, der zu groß ist, als dass man auf diese Weise helfen könnte."
Widerstand gegen Euro-Anleihe
Eine Anleihe, für die alle Euro-Länder einstehen würden, wird als Hilfe für Griechenland derzeit in Europa abgelehnt. Die Euro-Länder erwägen stattdessen nach einem Bericht des Magazins "Der Spiegel", dem Euro-Mitglied mit Krediten und Bürgschaften in Höhe von 20 bis 25 Milliarden zur Seite springen. Ein Sprecher des deutschen Finanzministeriums wies den Bericht zurück.
EZB gegen Euro-Bonds
Vor rund zwei Wochen hatte sich Nationalbank-Gouverneur und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny gegen die von Soros geforderte Ausgabe von Euro-Bonds zur Bewältigung der Griechenland-Krise ausgesprochen.
Die Folge solcher Gemeinschaftsanleihen wäre, dass sich weniger solide Länder auf Kosten anderer billiger verschulden könnten. Das sei "absolut unrealistisch und abzulehnen", so Nowotny.
Langfristig möglich
Nowotny kann sich allerdings langfristig gemeinsame Euro-Bonds vorstellen. Denn die europäischen Kapitalmärkte seien derzeit gegenüber den amerikanischen im Nachteil, weil die amerikanischen über Schatzanleihen mit vielen Laufzeiten und hoher Liquidität verfügten, so das EZB-Ratsmitglied weiter.
Hier wären europäische Bonds positiv für die Stellung des Euro. De facto ist aber eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik der Euro-Zone Voraussetzung für solche Anleihen, um nicht jene Staaten zu belasten, die ihre Haushalte in Ordnung halten.
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