Dinner in New York

Investoren sorgen seit Monaten verstärkt gegen Probleme in Griechenland vor.
Einige große Hedgefonds spekulieren einem Zeitungsbericht zufolge in der griechischen Schuldenkrise gegen den Euro. Vertreter mehrerer Hedgefonds hätten sich am 8. Februar in New York zu einer privaten Dinner-Veranstaltung getroffen, berichtete das "Wall Street Journal" am Donnerstag unter Berufung auf Kreise. Dabei sei es um Geschäfte in Zusammenhang mit der Schuldenkrise in Europa gegangen.

Wechselkurs von 1:1
Eine kleine Gruppe von Managern, darunter der beiden Hedgefonds-Schwergewichte SAC und Soros Funds, habe argumentiert, die europäische Gemeinschaftswährung werde wahrscheinlich bis auf einen 1:1-Wechselkurs zum Dollar fallen, berichtete das "WSJ" unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.

George Soros, der weltweit wohl bekannteste Hedgefonds-Manager, hatte am Wochenende öffentlich vor schweren Problemen für die gesamte Euro-Zone gewarnt.

Geschäft des Lebens?
Währungsspekulanten würden eine große Chance sehen, mit Wetten auf den Euro riesige Gewinne zu machen, so das "WSJ". Mit einer solchen Wette könne man das Geschäft des Lebens machen.

Das Wirtschaftsblatt veranschaulichte das mit einem Beispiel: Schließt ein Hedgefonds eine Wette auf den Fall des Euro um fünf Prozent ab, so könne er bei einem Einsatz von 100 Millionen Dollar (fünf Mio. Eigenkapital, der Rest geborgtes Geld) diesen verdoppeln, also 195 Mio. Gewinn machen - abzüglich der Spesen für das geborgte Kapital.

Mehr als zehn Prozent verloren
Der Euro hat seit November mehr als zehn Prozent verloren, nachdem sich die Schuldenkrise in Griechenland verschlimmerte: Von über 1,50 zu Jahresende fiel der Euro auf zuletzt unter 1,34 Dollar.

"Das ist eine Gelegenheit, viel Geld zu verdienen", so der frühere führende Manager der Investmentbank Salomon Brothers, Hans Hufschmid. Rechtlich seien solche Finanzgeschäfte möglich, solange sie nicht zwischen den Fonds abgesprochen sind.

Diese Wetten, die wie im Falle Griechenlands in die Milliarden gehen könnten, würden unweigerlich den Druck auf Athen und die gesamte Euro-Zone erhöhen.

Erhöhte Angst vor Zahlungsunfähigkeit
Im vergangenen Jahr verdoppelte sich laut "WSJ" die Gesamtsumme jener Finanzgeschäfte, mit denen sich Banken und Investoren gegen eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands versichern, auf fast 85 Milliarden Dollar.

Futures auf Rekordwert
In der zweiten Februar-Woche, als das Spekulanten-Dinner in Manhattan stattfand, erreichten die Wetten gegen den Euro in Form von Terminkontrakten (Futures) einen Wert von 60.000, laut Morgan Stanley die höchste Anzahl seit 1999. Drei Tage nach dem Abendessen habe eine weitere Verkaufswelle den Euro unter 1,36 Dollar gedrückt, so das "WSJ".

Deutsche Banken scheuen Athen-Anleihen
In dieses Bild passt auch, dass die deutschen Banken laut "Financial Times Deutschland" ("FTD") keine griechischen Staatsanleihen mehr zeichnen wollen, weil sie diese mittlerweile für zu riskant halten. Das dürfte die Lage für Athen weiter zuspitzen - auch wegen des Signals, das deutsche Banken damit an den gesamten Finanzmarkt senden.

Konkret kündigten die laut "FTD" wichtigsten deutschen Staatsfinanzierer Eurohypo und Hypo Real Estate an, die nächsten Griechenland-Bonds nicht mehr zu zeichnen. Demnach werde auch die Postbank nicht mehr mitmachen, die Deutsche Bank reduziere ihr Engagement und wolle kein eigenes Geld mehr in Griechenland stecken.

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