In Gegenwart der IAEA?

Teheran riskiert schärfere Sanktionen.
Der Iran hat am Dienstag nach offiziellen Angaben mit der umstrittenen Urananreicherung in der Atomanlage Natans begonnen. Das bestätigte der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, laut iranischer Nachrichtenagentur ISNA.

"Wir haben die Vorbereitungen um 9.30 Uhr (7.00 Uhr MEZ) in Gegenwart der Vertreter (der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Anm.) begonnen", sagte ein Sprecher der iranischen Atombehörde. Mit diesem Schritt dürften sich internationale Forderungen nach weiteren UNO-Sanktionen gegen die Islamische Republik verstärken. Vonseiten der IAEA gibt es bisher keine Bestätigung.

Vorstufe für Atomsprengkopf
Der Iran hatte bereits angekündigt, mit der Anreicherung von Kernbrennstoff auf 20 Prozent zu beginnen. Für den Bau eines atomaren Sprengsatzes muss Uran auf über 80 Prozent angereichert werden.

Nach offizieller Darstellung soll das angereicherte Uran in der Anlage in Natans für einen Reaktor produziert werden, in dem Isotope zur medizinischen Anwendung hergestellt werden sollen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte die nationale Atomenergiebehörde seines Landes am Sonntag angewiesen, mit der Herstellung hochangereicherten Urans zu beginnen.

Zehn neue Anreicherungsanlagen
Salehi hatte zuletzt angekündigt, sein Land werde binnen eines Jahres zehn neue Anreicherungsanlagen bauen. Schon im Vorjahr hatte der Iran Bedarf für zehn Anlagen angemeldet, doch wurden bisher erst fünf Standorte ausgewählt, wie es in Teheran hieß.

Teheran sei gezwungen, die Anreicherung selbst vorzunehmen, da es kein anderes Abkommen gegeben habe, so Salehi. Er betonte, die Anreicherung werde gestoppt, sobald das Land den Brennstoff aus dem Ausland erhalte.

Kompromiss schien zuletzt näher
Dabei schien noch vor einer Woche nach einem TV-Interview Ahmadinedschads ein Kompromiss möglich. Im Kern geht es um den Vorschlag der internationalen Gemeinschaft vom Oktober, wonach der Iran sein Uran im Ausland weiter anreichern lassen kann.

Damit hätte das Land selbst nicht die Möglichkeit, atomwaffenfähiges Uran herzustellen, könnte aber Atomstrom produzieren und das Material auch zu Forschungszwecken verwenden.

Streit über Austausch
Gespießt hatte es sich am Ort des Tausches: Der IAEA-Vorschlag sah vor, dass das Material nach Frankreich und Russland exportiert, dort angereichert und dann in den Iran zurückgeliefert wird. Teheran bestand dagegen auf einem zeitgleichen Austausch seines niedrigangereicherten Urans gegen höher angereichertes Material auf iranischem Boden.

Den Vorwurf vor allem der USA, nach Atomwaffen zu streben, weist die Regierung in Teheran zurück.

Monatelanges Tauziehen
Die Weltmächte hatten in den vergangenen Monaten immer wieder gehofft, Teheran zur Unterzeichnung eines Abkommens bewegen zu können, das die Anreicherung des Urans im Ausland vorsieht. Teheran hatte immer wieder auf Zeit gespielt und Gegenvorschläge gemacht, die jedoch für die Weltmächte nicht akzeptabel waren.

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