Laut Faymann sind nach "den ersten konstruktiven Gesprächen zwischen Innenministerin und Verteidigungsminister" jedenfalls "noch einige Fragen offen". Dazu zähle nicht zuletzt, ob überhaupt ein zusätzliches Erstaufnahmezentrum gebraucht werde, wie Faymann per Aussendung mitteilte.
Thema wieder dort, "wo es hingehört"
Wie ÖVP-Chef Vizekanzler Josef Pröll forderte Faymann als ersten Schritt die Klärung der Frage, inwieweit die Verfahren verkürzt und damit die Anzahl der Menschen in den bestehenden Erstaufnahmezentren verringert werden könne.
Wie es von der Regierungsspitze hieß, soll diese Frage bis Ende Jänner von einer Expertengruppe unter Einbindung der Landeshauptleute und Gemeinden geklärt werden. Damit sei das Thema wieder dort, wo es hingehöre, so Faymann.
Fekter beharrt auf neuem Asylzentrum
Unterdessen ließ Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) per Aussendung mitteilen, dass gemeinsam mit Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) die Notwendigkeit einer zusätzlichen Asylerstaufnahmestelle "klar außer Streit gestellt" worden sei.
"Bei 1.000 neuen Asylwerbern pro Monat brauchen wir dringend ein zusätzliches Erstaufnahmezentrum, um Traiskirchen und Thalham zu entlasten", so die Ministerin.
Zu diesem Zweck habe sie gemeinsam mit Darabos "einen Fahrplan vereinbart, in dem die Regierungspartner mögliche umsetzbare Alternativstandorte zu Eberau ausloten". Bis Ende Jänner soll laut Fekter mit Unterstützung von Experten ein Paket erarbeitet werden, in dem auch die Suche nach geeigneten ressorteigenen Gebäuden mit mehr als tausend Quadratmetern vorgesehen sei.
"Mehrere kleinere Ausweichzentren denkbar"
Nicht ausschließen wollten Faymann und Pröll unterdessen die Möglichkeit, anstelle eines neuen großen Erstaufnahmezentrums mehrere kleine Ausweichzentren zu errichten. Unter Einbeziehung der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) soll laut Pröll jedenfalls nach geeigneten Objekten gesucht werden.
Für den Direktor der Diakonie, Michael Chalupka, ist es denkbar, künftig die Erstbefragung zentral in einem Zentrum durchzuführen. Im Anschluss könnten Asylwerber die Wartezeit auf den Bescheid in neun verschiedenen Bundesbetreuungszentren in den Bundesländern verbringen, so Chalupka im Ö1-Morgenjournal - mehr dazu in oe1.ORF.at.
Bundesländer winken ab
Um diese Idee umsetzen zu können, bedürfte es freilich der Bereitschaft der Länder, Erstaufnahmestellen zu errichten. Allerdings kam es gleich zu Absagen aus Kärnten, Tirol, Vorarlberg, der Steiermark und Salzburg - also von praktisch überall, wenn man bedenkt, dass Nieder- und Oberösterreich schon über solche Zentren verfügen und Wien jenes Bundesland ist, das die Flüchtlingsquote regelmäßig übererfüllt - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.
Auch dem Wunsch von Fekter und Darabos, mögliche Quartiere zu nennen, kam vorerst kein Landeshauptmann nach.
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