Zufälliger Fund im Diskonter

Spanien und Niederlande sind Zentren des Kokainschmuggels.
Ein großes Missgeschick ist offenbar Droggenschmugglern passiert, als ihre Kokainlieferung nicht bei den Abnehmern landete, sondern in Lidl-Filialen in Spanien, wie die BBC auf ihrer Website berichtet.

Die Polizei wurde auf den Kokainschmuggel in großem Stil aufmerksam, als ein Lidl-Mitarbeiter beim Einräumen der Regale unter Bündeln von Bananen ein Päckchen des Rauschgiftes entdeckte. Als die Polizei daraufhin weitere Filialen des Diskonters mit Spürhunden durchsuchte, fand sie insgesamt 25 derartiger Päckchen. Ihr Inhalt ist mehrere Millionen Euro wert.

Lieferung aus Ecuador und Elfenbeinküste
Die Bananen, unter denen die Drogen versteckt waren, wurden von Ecuador und der Elfenbeinküste eingeschifft. Sie landeten vergangene Woche in der spanischen Hafenstadt Sagunto. Von dort gelangte die Fracht über einen Madrider Großhändler in die Lidl-Filialen.

Laut BBC versicherte die Polizei, dass das Kokain nie in die Supermarktregale gelangt war.

Eine Tonne Bananen wurde nach der Entdeckung zerstört, wie ein Sprecher der deutschen Supermarktkette bekanntgab. "Es ist das erste Mal, dass Lidl in Spanien so etwas passiert, und wir hoffen, dass es zugleich auch das letzte Mal ist", sagte er gegenüber der BBC.

14 Tonnen Kokain im Vorjahr
Die Entdeckung ist für Spaniens Polizei kein Einzelfall: Wenige Wochen zuvor waren 228 Kilo Kokain aufgespürt worden. Sie waren ebenfalls in Bananenschachteln versteckt und befanden sich auf einem Frachtschiff in Sagunto.

Im letzten Jahr beschlagnahmte die spanische Polizei mehr als 14 Tonnen Kokain. In Plüschtieren, Windeln und Meeresfrüchten versteckt, war das Suchtmittel ins Land geschmuggelt worden.

Niederlande: 1.100 Kilo beschlagnahmt
Unterdessen gelang der niederländischen Polizei am Montag der für sie bisher größte Schlag gegen Drogenschmuggler aus der Karibik: In Rotterdam beschlagnahmte sie mehr als eine Tonne Kokain, das versteckt in einer Schiffsladung Whiskey aus Jamaika stammte. Fünf Männer wurden verhaftet.

Auf der Straße sei die konfiszierte Schmuggelware rund 30 Millionen Euro wert, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Die 1.100 Kilo seien bereits zerstört. "Wir hatten schon größere Mengen beschlagnahmt, jedoch nicht aus Jamaika", zitiert Reuters eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die Niederlande gelten als eines der wichtigsten Eintrittstüren für Kokain nach Europa. Laut der britischen Drogenforschungsgruppe DrugScope passieren nahezu zwei Drittel aller europäischen Kokainbeschlagnahmungen in Spanien und den Niederlanden.

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