Behörden sehen Sicherheit gewährleistet

"Ich bin nicht wütend, dass etwas passiert ist. Ich bin wütend über den Mangel an Organisation."
Ein Terminal des internationalen Flughafens Newark bei New York ist am Sonntag gegen 17.30 Uhr (Ortszeit) wegen der Suche nach einem Verdächtigen geschlossen worden. Ein Unbekannter war durch einen Ausgang hinter die Check-in-Schalter gelangt.

Alle Passagiere mussten zurück in den unkontrollierten Bereich und wurden erneut überprüft, wie die Behörde für Verkehrssicherheit bestätigte. Abflüge von Terminal C, der vor allem von der Linie Continental genutzt wird, wurden gestoppt.

Rätselhafter Vorfall
Die Tragweite des Vorfalls kann nicht abgeschätzt werden. Auch nach Analysen von Videobändern und penibelsten Untersuchungen aller Anwesenden konnte der Mann nicht mehr gefunden werden. Unklar ist somit auch, mit welcher Absicht der Mann die Kontrollen umging.

Erst sechs Stunden nach dem Vorfall, gegen Mitternacht (Ortszeit), wurde wieder mit dem Boarding begonnen. Betroffene Flugreisende reagierten verärgert über die Sicherheitspanne nur zehn Tage nach dem nur knapp vereitelten Flugzeuganschlag von Detroit.

"Ich bin wütend"
"Ich bin nicht wütend, dass etwas passiert ist. Ich bin wütend über den Mangel an Organisation", sagte etwa Alison Day, die mit ihrer siebenköpfigen Familie und einem Säugling auf dem Liberty International Airport ausharren musste.

Man habe die Passagiere stundenlang ohne Erklärung warten lassen, so die Britin. Continental betonte, die Verantwortung liege allein beim Flughafen. Die Behörden sagten, es bestehe wegen der strengen Kontrollen keine Gefahr, obwohl der Mann verschwunden blieb.

So bedenklich wie blamabel
Neben den bedenklichen Umständen der Panne ist es höchst blamabel, dass die Panne an jenem Tag geschah, ab dem für Flüge in die USA weltweit verschärfte Sicherheitsbestimmungen gelten. Vor allem Europa wurde von den USA für angeblich zu laxe Kontrollen kritisiert.

Als Reaktion auf den Attentatsversuch von Detroit müssen ab Montag alle Passagiere, die in die USA fliegen, mit dem elektronischen Abscannen ihres Körpers oder gründlichen Leibesvisitationen rechnen, erklärte die Behörde für Verkehrssicherheit.

"Schwarze Liste" von Staaten
Darüber hinaus werden alle Personen, die aus bestimmten Staaten einreisen wollen oder diese für den Transit genutzt haben, vor dem Abflug verschärft gescannt. Als Staaten, die den Terror fördern, führt das US-Außenministerium Kuba, den Iran, den Sudan und Syrien.

Zu den anderen Ländern, deren Passagiere besonders überprüft werden, gehören Afghanistan, Algerien, der Irak, der Libanon, Libyen, Nigeria, Pakistan, Saudi-Arabien, Somalia und der Jemen, wo die Drahtzieher des jüngsten Attentatsversuchs vermutet werden.

Obama unter Druck
Der Jemen ist besonders ins Visier amerikanischer und britischer Terrorfahnder geraten. In dem Land soll der verhinderte Attentäter vom 25. Dezember, Umar Faruk Abdulmutallab, ausgebildet und mit Sprengstoff versorgt worden sein.

Der 23-jährige Nigerianer hatte vor der Landung eines US-Flugzeugs versucht, einen Sprengsatz zu zünden. Beherzte Mitreisende und Besatzungsmitglieder überwältigten ihn. Der Fall hatte die US-Regierung unter massiven innenpolitischen Druck gebracht.

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