Dort werden die Brandverletzungen des 23-jährigen Nigerianers behandelt. Abdulmutallab erschien im Rollstuhl und mit Verbänden an seinen Händen zu der Anhörung. Er sprach Englisch und akzeptierte einen Pflichtverteidiger.
Sprengstoff aus dem Jemen?
Der US-Kongress plant noch im Jänner Anhörungen zu dem Vorfall. Dabei solle es vor allem um die Fragen gehen, wie es Abdulmutallab gelingen konnte, Sprengstoff an Bord der Maschine zu schmuggeln und warum er ein US-Visum erhielt, teilten mehrere Senatoren und Abgeordnete mit.
Nach Informationen von ABC und NBC sagte Abdulmutallab nach seiner Festnahme aus, den Sprengstoff im Jemen erhalten zu haben, begleitet von genauen Anweisungen zu seinem Einsatz.
Ermittlungsbeamte sagten, der Verdächtige habe ihnen mitgeteilt, er habe die explosiven Chemikalien und eine Spritze, die in seine Unterwäsche eingenäht waren, von einem Bombenexperten im Jemen erhalten, der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida zusammenarbeitet. Bei dem Sprengstoff handelt es sich um das hochexplosive Nitropenta (PETN).
Für Ermittler "plausibel"
In einem Trainingslager des Terrornetzes nahe der Hauptstadt Sanaa sei er dann einen Monat lang in der Herstellung von Sprengsätzen ausgebildet worden. Wann der 23-Jährige im Jemen war, blieb zunächst unklar.
Auch wenn die US-Bundesbehörden die Verbindung in den Jemen bisher nicht aus eigenen Quellen bestätigen können, wird die Einlassung des Beschuldigten von einem Ermittlungsbeamten nach Angaben der "New York Times" als "plausibel" eingestuft.
Vater warnte US-Behörden
Der Vater des mutmaßlichen Attentäters von Detroit hatte die US-Behörden laut einem nigerianischen Zeitungsbericht schon vor Monaten vor den radikalislamischen Überzeugungen seines Sohnes gewarnt.
Alhaji Umaru Mutallab, ein angesehener Bankier und ehemaliger nigerianischer Minister, sei über die zunehmende Radikalität seines Sohnes so besorgt gewesen, dass er im Sommer die US-Botschaft in Ajuba und nigerianische Sicherheitsvertreter gewarnt habe, berichtete die nigerianische Zeitung "This Day" am Samstag unter Berufung auf Angehörige. Umso erstaunter sei er gewesen, dass sein Sohn ein US-Visum erhalten habe.
Prominenter Vater
Mutallab selbst wollte die Informationen zunächst nicht bestätigen. Er sei derzeit noch "zu verstört" und nicht in der Lage zu sprechen, sagte der 70-Jährige der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Am Montag werde er sich auf einer Pressekonferenz äußern.
Mutallab war früher Minister für wirtschaftliche Entwicklung, er leitete die beiden größten Banken des Landes und gründete die erste islamische Bank in Nigeria. Seit einer Woche ist er im Ruhestand.
Studium in London abgebrochen
Seinen Sohn, das jüngste von 16 Kindern, ließ Mutallab in der British International School in der togolesischen Hauptstadt Lome ausbilden. Später dann studierte Abdulmutallab Maschinenbau in London, wo die Familie laut Presseberichten ein Haus besitzt. Schon in der British School fiel der Jugendliche durch seine zunehmend radikalen religiösen Ansichten auf.
Wegen seiner anhaltenden Reden über den Islam gaben seine Klassenkameraden ihm den Spitznamen "Alfa" - Gelehrter -, wie "This Day" berichtet. Laut dem Blatt zog er nach Ende seiner Londoner Studien 2008 nach Ägypten und Dubai. Dort brach er alle Verbindungen mit seiner Familie ab.
"Ein Traumschüler"
Der Lehrer des heute 23-Jährigen, Michael Rimmer, erinnert sich noch, dass Abdulmutallab als Jugendlicher das afghanische Taliban-Regime unterstützt hatte. "Während meine anderen muslimischen Schüler die Taliban für einen Haufen von Spinnern hielten, fand er sie ganz in Ordnung", sagte Rimmer dem britischen Rundfunksender BBC.
Abdulmutallab beschrieb er dennoch als "Traumschüler" - "sehr aufgeweckt, intelligent, talentiert, enthusiastisch und höflich". Alle hätten ihm eine große Karriere vorhergesagt. Doch dann seien diese "verteufelten Idioten" gekommen, hätten ihm diese "dummen Ideen" in den Kopf gesetzt und damit "sein Leben ruiniert" und das seiner Familie verdorben.
Keine Rückkehr nach London
Offenbar wollte der junge Nigerianer im vergangenen Mai für einen weiteren sechsmonatigen Maschinenbaukurs nach London zurückkehren. Da das College von den Behörden aber nicht anerkannt worden sei, habe er kein Visum erhalten, bestätigte ein Regierungsvertreter einen Bericht der "Sunday Times".
Sieben Monate später dann versuchte er, eine US-Passagiermaschine mit rund 290 Menschen an Bord kurz vor der Landung in Detroit in die Luft zu sprengen.
Links: