Die Rede ist von Privatarmeen wie die berüchtigte Los Zeyas, die zwar bereits Anfang der 90er Jahre gegründet wurde, aber offenbar erst in den letzten Jahren seine wahre Schlagkraft unter Beweis stellte.
"Beunruhigend" sei laut einer SSI-Studie vor allem, dass die Kartelle nicht auf schießwütige Kriminelle, sondern bestens ausgebildete Soldaten setzen, die angesichts der schier endlosen finanziellen Mittel bereitwillig die Seiten wechseln.
Gesetzlose Enklaven
Mit Hilfe der mittlerweile auch aus anderen lateinamerikanischen Ländern wie Guatemala rekrutierten Elitesoldaten konnte etwa das Golf-Kartell sein Operationsgebiet immer weiter ausbauen.
Für Mexiko bestehe die Gefahr, dass die Kartelle künftig über gesetzlose Enklaven regieren, auf die offiziellen Behörden keinen Einfluss mehr haben.
Diese Entwicklung bedeute laut SSI nicht nur eine Gefahr für Mexikos Souveränität, sondern könnte auch Auswirkungen auf die Sicherheit und Stabilität in Mexikos Anrainerstaaten - darunter auch die USA - haben.
"Es ist ein Geschäft"
Los Zetas sei jedenfalls nicht mehr lediglich als "Vollstrecker" des Golf-Kartells zu betrachten, so SSI. Die mit modernsten Waffen ausgerüstete Privatarmee stehe zunehmend in direkter Konkurrenz zur staatlich legitimierten Macht in der Region.
SSI-Studienautor Max Manwaring kommt dabei zum Schluss, dass von Mexikos Privatarmeen bereits eine größere Gefahr ausgehen könnte als von Al-Kaida & Co.
Der Grund liege darin, dass weder religiöse noch politische Ideologien verfolgt würden: Es geht lediglich um das Geschäft, und dieses ist angesichts der milliardenschweren Auftraggeber äußerst lukrativ.
Bereits über 7.000 Tote
Die Motivation der Truppe scheint jedenfalls ungebrochen zu sein, obwohl Mexikos Präsident Felipe Calderon mittlerweile mehrere 10.000 Soldaten in den Kampf gegen die Kartelle schickte.
Seit Beginn des Jahres wurden in Mexiko mehr als 7.000 Menschen im Drogenkrieg ermordet. Besonders betroffen sind die Nordstaaten Chihuahua, Sinaloa, Sonora und auch Mexiko-Stadt. 2007 kamen rund 3.700 und 2008 etwa 6.300 Menschen ums Leben.
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