Die ÖVP sieht nun massive Probleme auf das Bundes-BZÖ zukommen, da BZÖ-Bundesparteichef Josef Bucher de facto "den Sessel vor die Tür gestellt" bekommen habe. Die Grünen ätzten über eine Allianz der FPÖ mit "Pleitiers", und die Kärntner SPÖ ortete seitens des Kärntner BZÖ - nunmehr den "Freiheitlichen in Kärnten FPK" - ein Ablenkungsmanöver "vom selbst angerichteten Desaster" im Land.
ÖVP: BZÖ-Chef "Bucher entmachtet"
"BZÖ-Chef Bucher ist mit dem heutigen Tag entmachtet worden", lautete die erste Reaktion von ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger. Der wirtschaftsliberale Flügel des BZÖ habe sich nicht durchgesetzt. "Mit dieser BZÖ-Übernahme übernimmt nun FPÖ-Chef (Heinz-Christian, Anm.) Strache Kärntens BZÖ-Konkursmasse" und damit auch "die politische Verantwortung für das Hypo-Desaster", hielt Kaltenegger fest.
Martinz will Klarheit
Das Kärntner BZÖ überraschte mit seinem Schritt offenbar auch den Koalitionspartner ÖVP im Landtag. ÖVP-Landesparteichef Josef Martinz will nun einen Koalitionsausschuss einberufen - mehr dazu in kaernten.ORF.at.
SPÖ: "Im Hypo-Sumpf"
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas ist der Ansicht, die "Hypo-Pleite" habe "unter der FPÖ in Kärnten ihren Anfang genommen, und jetzt kehrt das Schlamassel an den Ursprung und damit in die FPÖ zurück". "Spannend" findet sie den Zeitpunkt der Fusion: Es stelle sich die Frage, wie tief FPÖ und Strache im "Hypo-Sumpf mit drinnen stecken".
Der Kärntner Landeshauptmannstellvertreter und SPÖ-Landesparteichef Reinhart Rohr sieht in der Rückkehr des BZÖ Kärnten zur FPÖ "ein weiteres Ablenkungsmanöver vom selbst angerichteten Desaster" im Land.
"Die Nerven der Erben haben der Zerreißprobe explodierender Landesschulden und einer gerade noch geschafften Rettungsaktion der Landesbank unter Verlust aller Anteile und weiterer 200 Millionen Euro Kärntner Steuergeld offensichtlich nicht standgehalten, zumal Kärnten trotzdem noch in voller Haftung der 18 Milliarden Euro steht", so Rohr. Das BZÖ Kärnten stecke tief im Hypo-Sumpf.
Grüne: Fusion "mit größten Pleitiers"
Die Grünen schossen sich vor allem auf den nun neu entstehenden "freiheitlichen Scheinklub" im Parlament und dessen Kosten ein.
"Der vermeintliche Saubermann Strache schließt sich mit den größten Pleitiers der 2. Republik zusammen", kommentiert Dieter Brosz, geschäftsführender Parlamentarier der Grünen. "Nun wird auch das beharrliche Schweigen der Strache-FPÖ zum orange Milliardengrab Hypo-Alpe Adria erklärbar."
Es passe ins Bild, "dass die unverschämte Gründung eines dritten freiheitlichen Scheinklubs" die Steuerzahler bis zur nächsten Nationalratswahl 2013 mindestens fünf Millionen Euro kosten wird", kritisierte Brosz.
Nach der Hypo-Group Alpe Adria (HGAA) sei mit der Fusion von FPÖ und BZÖ Kärnten das nächste Projekt des verstorbenen früheren Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (BZÖ) zusammengebrochen, erklärte der Landessprecher der Grünen in Kärnten, Rolf Holub - mehr dazu in kaernten.ORF.at.
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