Soll vor Langeweile schützen

Zentrales Ressort Binnenmarkt wird von Franzosen geleitet - mit Briten als "Aufpasser".
EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso hat am Freitag seine Entscheidung, zwar 13 Kommissare zu behalten, aber ihre Rotation in ein neues Ressort vorzunehmen, verteidigt.

"Wenn jemand eventuell zehn Jahre einem Ressort vorsteht, ist das nicht gut und könnte langweilig werden", sagte der Kommissionspräsident bei der Vorstellung seines neuen Teams. Das gelte freilich nicht für den Kommissionspräsidenten, denn bei der Übersicht über 26 Kommissare könne es nicht langweilig werden, beeilte sich Barroso hinzuzufügen.

"Immer Anfragen"
Für die Auswahl der Personen übernehme er die "volle Verantwortung". Auf die Journalistenfrage, ob er politischen Interventionen ausgesetzt gewesen sei, antwortete der Kommissionspräsident ausweichend, es gebe "natürlich immer Anfragen und einen Dialog". "Die Entscheidung war aber ausschließlich meine."

Rumäne leitet Agrarressort
Das Agrarressort fällt an Dacian Ciolos, der aus einem neuen EU-Mitgliedsland, dem stark agrarisch geprägten Rumänien, kommt. Barroso meinte auf die Frage, warum ausgerechnet dieses Ressort an Rumänien gehe: "Ciolos war die kompetenteste Person, die sich angeboten hat."

Jemandem aufgrund seiner Nationalität den Zugang zu einem bestimmten Job in der EU zu verwehren, stehe in fundamentalem Widerspruch zu deren Grundwerten. Rumänien wurde wiederholt - auch von den EU-Behörden - wegen Korruption und dem Verschwinden von EU-Geldern in schwarze Kanäle kritisiert. Das Agrarressort vergibt mit Abstand die meisten EU-Beihilfen - die vor allem auch in Rumäniens Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielen.

Eigenes Klimaressort
Zum neuen Klimaressort, das die Dänin Connie Hedegaard bekleiden wird, sagte der alte und neue Kommissionspräsident, das werde ein Job, der sich über die Bereiche praktisch aller anderen Kommissionsteile erstrecken werde. Das Klimaressort wird in den nächsten Jahren von den Agenden des Umweltkommissars abgetrennt.

Keine Schwächung von Binnenmarktressort
Der neue Kommissar für den Binnenmarkt, Michel Barnier, wird neuerdings auch für Finanzdienstleistungen zuständig werden. London hatte aus Sorge um seine Finanzindustrie darauf gedrängt. Als Kompromiss wurde nun ein britischer Vertreter Nummer zwei hinter Barnier.

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