Sollten die USA auch im Aufschwung immer weiter Schulden auftürmen, werde das womöglich eine Vertrauenskrise bei den Verbrauchern auslösen, warnte der US-Präsident in einem vergangene Woche von Fox News veröffentlichten Interview. "Das könnte dann tatsächlich zu einer Rückkehr der Rezession führen", mahnte Obama.
"Wir schauen uns das an"
Die Regierung sei sich dieser Folgen bewusst, wenn sie über Steuererleichterungen für Firmen nachdenke. Erwogen werden derzeit Anreize für Unternehmen, rasch Personal einzustellen. Entschieden sei allerdings noch nichts: "Wir schauen uns das an", fügte Obama hinzu.
Die US-Wirtschaft war im Sommerquartal erstmals wieder gewachsen und dürfte damit die Rezession hinter sich gelassen haben. Zugleich kämpft das Land aber mit steigender Arbeitslosigkeit. Die Quote stieg jüngst auf über zehn Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1983.
Kein weiteres Konjunkturpaket geplant
Der US-Präsident hat für Anfang Dezember einen Jobgipfel einberufen. Dabei sollen Konzernchefs, Gewerkschaftsbosse, Mittelständler und Wirtschaftsforscher über Auswege aus der Arbeitsmarktmisere beraten.
Nach Angaben aus Regierungskreisen soll es aber nicht um ein weiteres Konjunkturpaket gehen.
Laut Obama ist noch nicht entschieden, ob bei beschäftigungspolitischen Maßnahmen eine Erhöhung des Schuldenbergs in Kauf genommen werden könnte oder ob sie defizitneutral ausfallen müssten. Genau darüber werde auf dem Gipfel gesprochen.
1,42 Billionen Defizit
Die USA haben im abgelaufenen Haushaltsjahr ein Rekorddefizit von 1,42 Billionen US-Dollar (955 Mrd. Euro) angehäuft.
Bezogen auf die Gesamtwirtschaft hat das Defizit fast elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht. Das ist der höchste Wert seit 1945.
Ursachen für das Riesenloch im Staatshaushalt sind die milliardenschweren Rettungspakete für die Banken und die bisherigen Konjunkturprogramme.
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