US-Zahlen revidiert

US-Wirtschaft wächst im dritten Quartal schwächer als angenommen.
Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal deutlich schwächer gewachsen als zunächst angenommen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten Volkswirtschaft der Welt legte aufs Jahr hochgerechnet nach revidierten Angaben um 2,8 Prozent zu, teilte das US-Handelsministerium am Dienstag mit.

In der ersten Schätzung Ende Oktober war noch von 3,5 Prozent die Rede gewesen. Es ist das erste Wachstum seit mehr als einem Jahr. Ökonomen hatten allerdings mit einem geringeren Wert in der zweiten Schätzung gerechnet.

"Von Sparsamkeit geprägte Stimmung"
Zugleich stieg im November aber die Zuversicht der US-Verbraucher. Ein entsprechender Index des Conference Board, eines Instituts der Privatwirtschaft, legte von 48,7 im Vormonat auf 49,5 Punkte zu.

Grund sei ein geringerer Anteil der Konsumenten, die eine Verschlechterung der Lage für Firmen und auf dem Arbeitsmarkt erwarteten.

Was die Entwicklung des eigenen Einkommens angeht, blieben die Verbraucher "sehr pessimistisch". In die Weihnachtszeit gingen sie "in einer von Sparsamkeit geprägten Stimmung".

Weiter staatliche Hilfen nötig
Grund für die Korrektur des BIP-Wachstums nach unten sind vor allem schwächere Verbraucherausgaben und ein größeres Handelsdefizit. "Die Erholung hat nicht so stark begonnen wie zunächst gedacht", sagte Nigel Gault, US-Chefökonom des Wirtschaftsinstituts IHS Global Insight, gegenüber der Wirtschaftsagentur Bloomberg vor Veröffentlichung der Zahlen.

"Die Schwäche der Konsumausgaben zeigt klar, dass noch für eine Weile staatliche Hilfen benötigt werden." Die amerikanische Wirtschaft hängt zu rund 70 Prozent vom privaten Verbrauch ab. Die endgültigen Daten zum dritten Quartal werden am 22. Dezember vorgelegt.

Der Aufschwung wird vorerst noch vor allem den milliardenschweren Hilfsprogrammen von US-Regierung und Notenbank zugeschrieben. Besonders der Erfolg der Abwrackprämie trug Fachleuten zufolge im dritten Quartal deutlich zum Plus bei.

Über zehn Prozent Arbeitslose
Zuvor war die US-Wirtschaft vier Quartale nacheinander geschrumpft, laut Bloomberg der längste Abschwung in den USA seit Einführung der Quartalsstatistik 1947.

Für den US-Arbeitsmarkt bleibt die Situation laut der Notenbank Federal Reserve (Fed) aber weiter unsicher. In den zwölf Monaten bis Juni ging die Wirtschaftsleistung im Gefolge der verheerenden Finanzkrise um 3,8 Prozent zurück - den Angaben zufolge der schlimmste Absturz seit sieben Jahrzehnten. Die Arbeitslosenquote schnellte auf den Rekordwert von 10,2 Prozent, den höchsten Stand seit mehr als 26 Jahren.

In den kommenden Jahren werde nur ein "langsames Absinken" der Quote erwartet, erklärte die Fed. Im Lauf des Jahres 2010 werde die Rate wahrscheinlich auf einen Wert zwischen 9,3 und 9,7 Prozent sinken.

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