Wirtschaft wächst wieder

Arbeitslosigkeit steigt 2011 auf 7,3 Prozent.
Dass die Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt prekär bleibt, davon ist auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) überzeugt. Sie erwartet zwar im nächsten Jahr ein Wachstum - doch das wird bei weitem nicht reichen, um die Arbeitslosigkeit einzudämmen.

Laut aktueller OECD-Prognose dürfte die Wirtschaft heuer um 3,8 Prozent schrumpfen, 2010 dann um 0,9 Prozent zulegen und 2011 mit 2,2 Prozent ein solides Wachstum erreichen.

Arbeitslosigkeit bleibt Problem
Viel düsterer dagegen sind die Erwartungen für den Jobmarkt: Die OECD geht davon aus, dass die Arbeitslosenrate 2010 bei 7,1 Prozent liegen wird und nach einem Höhepunkt von 7,4 Prozent Ende 2010 im Jahresschnitt 2011 mit 7,3 Prozent weiter hoch bleibt.

Im Euro-Raum werden heuer 9,4 Prozent, 2010 10,6 Prozent und 2011 10,8 Prozent Arbeitslosigkeit erwartet.

Heimische Staatsfinanzen bleiben Problem
Die Staatsfinanzen bleiben ein Problem für Österreich. Das Budgetdefizit wird laut OECD-Vorhersage heuer 4,3 Prozent, 2010 5,5 Prozent und 2011 5,8 Prozent betragen. Die Schuldenrate wird sich auf fast 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhen.

"Dies erfordert eine erhebliche Haushaltskonsolidierung, die einsetzen sollte, sobald die Erholung in Gang gekommen ist", so die OECD. Österreich solle möglichst rasch klären, wie die Konsolidierung umgesetzt werde, um "negative Marktreaktionen zu begrenzen, die die Kreditkosten erhöhen würden".

Die Inflation dürfte dafür in Österreich kein Problem darstellen. Die Verbraucherpreise werden nach 0,3 Prozent 2009 auch 2010 mit 0,6 Prozent und 2011 mit 1,0 Prozent nur mäßig steigen.

Osteuropa-Risiko geringer
Kurzfristig könnte sich das Wachstum angesichts der raschen Belebung der Weltwirtschaft als stärker erweisen. Das Risiko einer Finanzkrise in Mittel- und Osteuropa habe abgenommen, allerdings würde eine steigende Quote von Problemkrediten den österreichischen Bankensektor unter Druck setzen, was für die Haushaltsprojektionen ein Abwärtsrisiko beinhalte, so die OECD.

Weltwirtschaft wächst 2010 um 3,4 Prozent
Auch für die Weltkonjunktur ist die OECD wieder ein Stück optimistischer. Sie hob ihre Prognose für das Weltwirtschaftswachstum im Jahr 2010 am Donnerstag auf 3,4 Prozent an.

Im Juni war die OECD noch von einem Plus von 2,3 Prozent ausgegangen. Auch im laufenden Jahr fällt der Rückgang der Weltwirtschaft mit 1,7 Prozent nicht ganz so stark aus wie im Juni angenommen (damals: 2,2 Prozent), prognostiziert die OECD.

Für 2011 sagt sie der Welt einen Zuwachs von 2,8 Prozent voraus, was aber immer noch unter dem Durchschnitt der Jahre 1997 bis 2006 von plus 3,2 Prozent läge.

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