Versprechen mit postwendendem Dementi

GM erklärte, was Reilly meint, wenn er "müssen" sagt.
Der neue GM-Europa-Chef Nick Reilly spielt ein Katz-und-Maus-Spiel um Werksschließungen bei Opel. Ein Interview, in dem er sagte, man werde "nur" mit Jobabbau auskommen, wurde letzte Woche in dem Moment relativiert, in dem es öffentlich wurde.

"Wir müssen überhaupt keine Standorte schließen. Was wir tun müssen, ist, einen Teil der Kapazität abzubauen", wurde Reilly in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ", Freitag-Ausgabe) zitiert. Via Opel Deutschland ruderte GM prompt zurück.

Was das Wort "müssen" heißt
"Mit dem Wort 'müssen' wollte Reilly zum Ausdruck bringen, dass die erste Aufgabe darin besteht, Kapazitäten abzubauen, die konkrete Entscheidung, mit welchen Maßnahmen dies gemacht werden soll, aber erst den zweiten Schritt darstellt", erklärte Opel Deutschland.

Reilly sagte in dem Interview, es gebe verschiedene Wege, Kapazitäten abzubauen. Werksschließungen seien dafür nicht unbedingt notwendig. Von den insgesamt 46.000 Stellen in Europa müssten binnen eines Jahres 9.000 bis 10.000 gestrichen werden, sagte er der "FAZ".

Schwarze Zahlen schon 2011?
Den Sanierungsplan will Reilly nach eigenen Worten "bis spätestens Mitte Dezember vollenden und veröffentlichen". Bis dahin wolle er in den laufenden Verhandlungen mit den Gewerkschaften und Regierungen in Deutschland, Spanien und Großbritannien die Details klären.

Der neue GM-Europa-Chef hat ehrgeizige Pläne für Opel: 2011 soll die Marke schwarze Zahlen schreiben und 2012 einen "ordentlichen Gewinn" erzielen, sagte Reilly der "FAZ". Den mit der Belegschaft vereinbarten Verzicht auf jährlich 265 Mio. Euro Lohn halte er für ausreichend.

Betroffene verunsichert
Angeblich will GM sogar das Weihnachtsgeld, auf das die Belegschaft eigentlich verzichtet hätte, in voller Höhe von insgesamt 63 Mio. Euro auszahlen. Umgekehrt hofft Reilly laut eigener Aussage auf staatliche Hilfen aus Europa im Gesamtwert von 3,3 Mrd. Euro.

Auf Reillys Versprechen und das ernüchternde Dementi reagierten die Betroffenen verunsichert und frustriert. Opel-Betriebsrat Rainer Einenkel forderte in der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung" ("NRZ"), GM solle endlich ein Sanierungskonzept für Opel vorlegen.

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