Auch im dritten Quartal fuhr GM einen Verlust ein. Nach den Milliardenverlusten der vergangenen Jahre war das Minus mit 1,2 Milliarden Dollar (rund 800 Mio. Euro) allerdings geringer, als Experten erwartet hatten.
Am vergangenen Montag gab Konzernchef Henderson damit den ersten Einblick in die Geschäftszahlen seit dem Neustart des Unternehmens nach dem staatlich gestützten Insolvenzverfahren im Sommer.
US-Markt schuld an roten Zahlen
Der Umsatz lag im dritten Quartal bei 28 Mrd. Dollar - fünf Mrd. Dollar mehr als im vorangegangenen Quartal. Die Zahlen sind aber wegen des Insolvenzverfahrens nur schwer vergleichbar. Bis Ende September lag der Schuldenstand des Unternehmens bei 17 Mrd. Dollar.
Die roten Zahlen sind vor allem auf den US-Markt zurückzuführen. Das Geschäft außerhalb Nordamerikas brachte vor Zinslasten, Steuern und Sonderfaktoren schwarze Zahlen und einen Gewinn von 238 Mio. Dollar.
Allerdings wurden auch weniger Autos der europäischen Marken Opel und Vauxhall verkauft. Den aktuellen Zahlen zufolge sank die Zahl der verkauften Autos im letzten Quartal um knapp zehn Prozent auf 306.000 Stück. Die hauptsächlich aus Opel bestehende Europa-Tochter rutschte mit "etwas über 400 Mio. Dollar" ins Minus.
Mehr Verluste bei "altem" GM-Konzern
Die Gesamtzahlen für das erste Quartal, die noch vom "alten" GM-Konzern präsentiert worden waren, hatten ein Minus von sechs Milliarden Dollar erbracht. Das Europa-Geschäft um Opel hatte einen Vorsteuerverlust von zwei Mrd. Dollar.
Seit Anfang 2005 hatte der US-Autobauer Verluste von mindestens 90 Mrd. Dollar angehäuft.
Schuldenabbau in Raten
Die Leistungen im dritten Quartal waren nun geringfügig besser, als von Experten erwartet worden war. GM kündigte im Zuge dessen eine frühere Rückzahlung der Kredite an. Der Schuldenabbau soll in Ratenzahlungen erfolgen.
USA halten 61 Prozent
52 Milliarden Dollar (etwa 35 Mrd. Euro) der US-Regierung hatten GM im staatlich begleiteten Insolvenzverfahren im Sommer vor dem Ruin gerettet. 6,7 Mrd. Dollar davon waren als Kredit geführt. Für den größten Teil des Rettungspakets erhielt die US-Regierung den Mehrheitsanteil von 61 Prozent an GM.
Den Kredit möchte GM nun mit rund einer Milliarde Dollar pro Quartal bereits ab heuer zurückzahlen. Auch die kanadische Regierung soll heuer noch 200 Millionen Dollar bekommen - von einem insgesamt 1,4 Milliarden Dollar schweren Kredit.
Auch die Beteiligung der US-Regierung soll nach einem Börsengang der neuen GM-Gesellschaft schrittweise abgestoßen werden. Bis 2011 soll ersten Informationen zufolge alles zurückgezahlt werden - vier Jahre vor dem geplanten Termin.
GM will 2010 wieder an die Börse
Henderson betonte, dass GM im zweiten Halbjahr 2010 "bereit" sei für den Börsengang. Abhängig sei dieser Schritt aber vom Ergebnis des Unternehmens und der Lage auf den Finanzmärkten.
Da GM derzeit nicht an der Börse ist, müssten auch keine Bilanzzahlen veröffentlicht werden. Vor dem geplanten Börsengang soll aber frühzeitig Transparenz für künftige Anleger geschaffen werden.
Das "Wall Street Journal" ("WSJ") hatte berichtet, dass der US-Kredit möglicherweise auch mit Geld der Regierung abbezahlt werden könnte. Auf einem Treuhandkonto lägen noch 13,4 Mrd. Dollar für GM. Laut der Kreditvereinbarung mit der Regierung darf der Autokonzern für die Rückzahlung des Darlehens auch vom Staat erhaltenes Geld verwenden.
Elf bis zwölf Mio. Fahrzeuge
Der Weltmarktanteil ist laut GM leicht auf knapp zwölf Prozent gestiegen. Dazu habe unter anderem der Opel Astra beigetragen. Für 2010 plant der Konzern auf dem US-Markt einen Absatz von insgesamt elf bis zwölf Millionen Fahrzeugen.
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