Umfrage: 62 Prozent dagegen

Niederländer zweifeln auch wegen Satelliten-Ortungsgeräten.
In den Niederlanden hat die angekündigte Einführung einer Kilometergebühr anstelle der althergebrachten Kraftfahrzeugsteuer viele Autofahrer verunsichert.

Eine deutliche Mehrheit misstraue der Mitte November von der Regierung beschlossenen Radikalreform der Verkehrsbesteuerung, berichtete die Tageszeitung "De Telegraaf".

In einer Umfrage des "Telegraaf", an der sich rund 40.000 Leser beteiligten, lehnten 62 Prozent die Kilometersteuer ab. Als Hauptgrund gaben Gegner der Reform an, sie trauten Erklärungen der Regierung nicht, wonach sich für die Mehrheit der Autofahrer keine höheren Kosten als bisher ergeben würden.

Misstrauen wegen Ortungsgeräten
Groß sei auch das Misstrauen hinsichtlich der Satelliten-Ortungsgeräte, die künftig zur Erfassung der gefahrenen Kilometer in alle Autos eingebaut werden sollen, berichtete die Zeitung.

Politiker der Opposition warfen der Regierung aus Christ- und Sozialdemokraten vor, gegen den Datenschutz zu verstoßen. Verkehrsminister Camiel Eurlings wies das zurück. Das System speichere allein die gefahrenen Kilometer, nicht aber Wegstrecken oder gar Adressen.

Parlament muss noch zustimmen
Die Umstellung von der bisherigen Kfz-Steuer auf das neue System, bei dem nicht der Besitz, sondern allein die Nutzung von Autos besteuert wird, soll ab 2012 erfolgen.

Das Parlament muss dem inzwischen heftig umstrittenen Gesetzesentwurf noch zustimmen. Er sieht vor, dass Autofahrer je nach Wagenklasse durchschnittlich drei Cent pro gefahrenen Kilometer bezahlen.

Bis 2018 soll der Durchschnittspreis auf 6,7 Cent steigen. Mit dem finanziellen Hebel soll erreicht werden, dass viele Autofahrer ihr Fahrzeug seltener benutzen und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

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