Kopenhagens Vorzeigefrau

Eine Politikerin mit viel Medienerfahrung verschafft Dänemark ein neues Image in der Welt.
Eine 49-jährige Frau kämpft für Dänemark seit zwei Jahren um ein neues Image in der Welt. Und sie versucht danach, den Klimagipfel von Kopenhagen doch noch zum Erfolg werden zu lassen: Connie Hedegaard ist so etwas wie Dänemarks Antwort auf ein Imageproblem.

Die Mohammed-Karikaturen hatten dem ganzen Land, vor allem aber der Regierung des damaligen Premiers und jetzigen NATO-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen geschadet.

Gipfel als Chance zur Neupositionierung
Der Klimagipfel von Kopenhagen soll Dänemark nun die Chance auf eine Neupositionierung geben. Die Welt soll vor allem ein Land sehen, dass sich im Klimaschutz hervortut.

Hedegaard hat dabei als Umweltministerin die Aufgabe, durch die Medien zu tingeln, um den Gipfel von Kopenhagen wortgewaltig vorzubereiten - und auch Projekte wie die energietechnische Selbstversorgerinsel Samsö in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Mittlerweile erledigt die Frau ihren Job so gut, so dass sie für den derzeitigen konservativen Premier Lars Lökke Rasmussen zum Problem geworden ist. Hedegaard ist das prominente Aushängeschild Dänemarks - und nicht der eher farblose Premier.

"Umwelt kein Thema der Linken"
"Ich habe nie verstanden, warum die Umweltfrage ein Thema der Linken sein soll", sagte Hedegaard einmal gegenüber der "New York Times". "Nach meiner Ansicht gibt es nichts, das enger zu konservativen Überzeugungen gehört als das Thema, dass man das, was man besitzt, auch an die nächste Generation übergibt."

Hedegaard passt in das Bild moderner Konservativer: Sie ist eine Frau, die im Bild nach außen Beruf und Familie vereinbaren kann und auch neben der Politik eine gute Figur macht. Nachdem sie bereits mit 23 ins dänische Parlament eingezogen war, hängte sie zu Beginn der 90er Jahre ihren Politjob an den Nagel, um als Journalistin beim staatlichen Dänischen Rundfunk (DR) zu arbeiten.

Meisterin des Medienhandwerks
Für ihre Tätigkeit erhielt sie zahlreiche Preise - und beobachtet man ihr Auftreten der letzten Monate, dann bleibt die Botschaft: Hier steht eine Politikerin, die auch das Medienhandwerk beherrscht und gerade international eine gute Figur macht.

Und selbst wenn Hedegaards Bilanz nach dem UNO-Klimagipfel weniger gut aussehen dürfte (es sei denn, es passieren in den kommenden Wochen noch ein paar Wunder), so scheint sie doch geeignet für höhere Aufgaben zu sein. Immer wieder wird sie für gute EU-Jobs genannt. Die sind im Moment zwar vergeben - aber mit 49 ist Hedegaard gerade im richtigen Alter, um noch etwas zuwarten zu können für den richtigen Augenblick.

Es sei schwer vorzustellen, dass Hedegaard nach dem Klimagipfel "zurück ins Glied tritt und wieder Windparks eröffnet", meinte zuletzt die "Süddeutsche Zeitung".

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