Laut US-Medienberichten handelt es sich um eine ehemalige Nobelreitschule nahe der litauischen Hauptstadt Vilnius.
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| ©Bild: Reuters/Ints Kalnins |
Englischsprachige Bauarbeiter
Bereits bei Aufnahme der umfangreichen Umbauarbeiten hatten sich die Einwohner laut "Washington Post" über die englischsprachigen Bauarbeiter und die enormen Sicherheitsvorkehrungen gewundert.
Aus den detailreichen, auf US-Geheimdienst- und litauischen Regierungsquellen beruhenden Berichten geht nun hervor, was sich tatsächlich hinter dem neu errichteten Stahlzaun abgespielt haben könnte.
"Vorgefertigte" Zellen
Demnach wurden die Gebäude, darunter der Stall und ein anliegendes Cafe, in ein modernes Anhaltezentrum umgebaut. In der Reithalle sei unter anderem ein von außen unsichtbares "Gebäude im Gebäude" samt "vorgefertigter" Zellen errichtet worden.
Dort seien schließlich bis zu acht Terrorverdächtige festgehalten und unter Anwendung illegaler Foltermethoden verhört worden.
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| ©Bild: Reuters/Ints Kalnins |
Präsidentin fordert Aufklärung
Bisher wiesen die damaligen litauischen Regierungsverantwortlichen, darunter Ex-Premier Algirdas Brazauskas und Ex-Staatspräsident Valdas Adamkus, alle Behauptungen zurück, in Litauen habe sich ein US-Geheimgefängnis befunden.
Die amtierende Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite forderte dagegen vehement die Aufklärung der Vorwürfe.
Sie setzte außerdem die von Litauen vor ihrem Amtsantritt zugesagte Aufnahme von Häftlingen aus dem umstrittenen US-Gefangenenlager Guantanamo bis zur Klärung der Frage aus. Seit Oktober ermittelt auch das litauische Parlament in der Angelegenheit.
Grünes Licht bereits 2002?
Aufgeklärt werden soll dabei nicht nur, was sich zwischen 2004 und 2005 in der Vorstadt Antivilai genau abgespielt hat, sondern auch die Rolle von Litauens Regierung. Diese soll bereits 2002 beim Besuch des damaligen US-Präsidenten George W. Bush grünes Licht für das Geheimgefängnis gegeben haben.
Als Gegenleistung versprachen die USA laut ABC Litauen tatkräftige Unterstützung bei der angepeilten NATO-Aufnahme.
"Setzen Ermittlungen fort"
Die zuständigen Ermittler wollten die nun veröffentlichten Berichte nicht kommentieren. "Wir setzen unsere Ermittlungen fort, und wir überprüfen alle möglichen Standorte", sagte der Vorsitzende der staatlichen Untersuchungskommission, Arvydas Anusauskas, der Nachrichtenagentur AFP.
Einzelheiten der Ermittlungen würden erst nach Abschluss der Untersuchung öffentlich gemacht. Der Untersuchungsbericht der am 5. November gebildeten Kommission soll bis zum 22. Dezember vorliegen.
"Nicht hilfreich für Litauens Image"
Das Außenministerium in Vilnius reagierte verärgert auf den ABC-Bericht. Es gebe in Litauen Wichtigeres zu tun als zwei Tage damit zu verbringen, "von ABC-Journalisten verbreitetes Geschwätz" zu dementieren, so Außenminister Vygaudas Usackas.
Usackas bezeichnete den ABC-Bericht gegenüber der baltischen Nachrichtenagentur BNS unter anderem auch als "nicht hilfreich für das Image Litauens". Usackas betonte, es sei "äußerst wichtig", dass die derzeit stattfindenden parlamentarischen Untersuchungen in Litauen alle diesbezüglichen Zweifel zerstreuten.
Weltweit acht Geheimgefängnisse
Litauen ist neben Rumänien und Polen das dritte europäische Land, von dem vermutet wird, dass sich dort geheime CIA-Foltergefängnisse befanden.
Laut einem ehemaligen CIA-Mitarbeiter betrieb der Geheimdienst insgesamt acht Geheimgefängnisse unter anderem auch in Marokko, Thailand und Afghanistan.
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