"In der Heimat Weihnachten feiern"

Die junge SPÖ sah in der Aussendung auch für die Maßstäbe der FPÖ "eine neue Dimension" erreicht.
Eine weitere Aussendung der FPÖ zum Fall Zogaj hat am Freitag für Entrüstung bei der SPÖ gesorgt. FPÖ-Sicherheitssprecher Harald Vilimsky meinte darin, die Familie Zogaj könne "nun endlich gemeinsam in der Heimat Weihnachten feiern".

Wiederum "endlich" könnten die Zogajs legal ausreisen, so Vilimsky, und weiter: Im Kosovo gebe es Tausende Mädchen im Alter von Arigona Zogaj, "die mutig am Wiederaufbau ihrer Heimat helfen und nicht andere Länder mit Selbstmorddrohungen erpressen".

SPÖ-Jugend empört
"Das ist eigentlich ein Anlass zur großen Freude für alle Beteiligten", hieß es in der FPÖ-Aussendung. Vilimsky fragte sich zudem, woher die "österreichische Asyllobby" das Geld für "solche Spielchen" nehme, und unterstellte der Familie nicht näher ausgeführte betrügerische Absichten.

Die junge Generation der SPÖ (JG) sah durch die Aussendung "auch für die FPÖ eine neue Dimension" erreicht. Mit ihrer Polemik wolle die FPÖ darüber hinaus ohnehin nur "über mangelndes Sachwissen hinwegtäuschen", so JG-Vorsitzende Tina Tauß.

Politwettstreit um "härteren Kurs"
Eine sachliche Diskussion darüber, ob integrierte Menschen in Österreich bleiben sollen oder nicht, sei nicht möglich, weil sowohl FPÖ als auch ÖVP den Fall Zogaj aus parteipolitischen Motiven missbrauchten, so Tauß. Sie glaubt, dass auch die Bevölkerung auf ihrer Seite ist.

Der Bevölkerung gehe es "nicht darum, integrierte Menschen abzuschieben, sondern darum, dass die Probleme mit jenen Menschen gelöst werden, die wenig oder gar nicht integriert sind", ist Tauß überzeugt. Vielen Politikern gehe es hingegen nur um Selbstdarstellung und darum, "wer den härteren Kurs fährt".

BZÖ ruft nach noch mehr Härte
Auch das BZÖ verlangte am Freitag noch einmal per Aussendung "die sofortige Abschiebung der Familie Zogaj, um klarzumachen, dass sich der österreichische Rechtsstaat nicht ewig provozieren lässt", auch wenn das BZÖ selbst den Zogajs das Bemühen um Integration zugesteht.

Umso mehr müsse Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) bei "vielen Tausenden Illegalen, Asylanten etc.", die sich "heimischen Sitten nicht anpassen" wollten, "Härte zeigen, nicht immer nur bei einer einzelnen Familie", verlangte das BZÖ.

Links: