Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) erklärte, die medizinische Versorgung der Menschen in der umkämpften Provinz Saada sei nur noch bedingt gewährleistet. Sie hatte zuvor bereits ihre Aktivitäten eingestellt, nachdem das Krankenhaus in der Ortschaft Raseh mehrmals von Raketen getroffen worden war.
"Kinder an der Schwelle zum Tod"
Auch der ägyptische Schauspieler Mohammed Kabil, der Botschafter des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF für den Nahen Osten, sagte vor wenigen Wochen nach einem Besuch im Al-Masrak-Lager für Kriegsvertriebene in der Provinz Hadscha: "Ich habe dort Kinder gesehen, die an der Schwelle zum Tod standen, weil sie unterernährt waren."
Das Elend der Menschen in dem Lager sei noch schlimmer als einstmals in der sudanesischen Unruheprovinz Darfur.
Zehn Todesurteile
Hinweise auf eine baldige Waffenruhe gibt es bisher nicht. Die Regierung, die ihre jüngste Offensive gegen die Anhänger von Abdulmalik al-Huthi am 11. August begonnen hatte, besteht darauf, dass die Rebellen, die ihre Hochburg in Saada haben, ihre Waffen abgeben.
Jüngst verurteilte ein Staatssicherheitsgericht in der Hauptstadt Sanaa zehn Huthi-Anhänger zum Tode wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung" und Angriffen auf Angehörige der Sicherheitskräfte. Fünf weitere Rebellen erhielten Haftstrafen von jeweils 15 Jahren. Die Verurteilten riefen im Gerichtssaal: "Tod für Amerika, Tod für Israel, verflucht seien die Juden, Sieg dem Islam."
Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih wirft den Huthi-Rebellen vor, sie wollten einen schiitischen Gottesstaat erreichten. Die Rebellen bestreiten das. Ihre Revolte richtet sich nach den Worten ihres Anführers gegen Korruption und die engen Beziehungen der Regierung zu den Vereinigten Staaten.
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