Letztere wird derzeit umgerüstet, weil die bestehenden Maschinen zum Teil bereits 30 Jahre alt sind. Das Präsidentenbüro argumentiert, die Wartung der alten Maschinen komme auf lange Sicht teurer als die Anschaffung von neuen.
Eine Frage der Größe
Kommentatoren sehen aber auch noch einen anderen gewichtigen Grund vor allem für den Kauf der neuen Präsidentenmaschine: Ego-Kränkungen des Staatsoberhaupts auf internationalem Parkett.
Schon kurz nach seinem Amtsantritt habe Sarkozy bei einem G-8-Treffen neidvoll auf die viel größere "Air Force One" des damaligen US-Präsidenten George W. Bush geschaut, so Philippe Leymarie in seinem Blog bei der "Le Monde diplomatique".
Noch schwerer aber habe die Scham gewogen, als Sarkozy mit seinem vergleichsweise kleinen Airbus A319 nach China flog, während die Journalistenschar in einem Großraumjet saß und ihn gnadenlose abhängte. Schuld daran war eine Zwischenlandung in Sibirien, weil der Tank nicht groß genug war.
Eines der offiziellen Argumente für den Kauf des viel größeren Flugzeugs vom Typ A330 ist deshalb seine größere Reichweite.
Auf Privatjets umgestiegen
Sarkozy war dann eine Zeit lang überhaupt dazu übergegangen, sich von seinen steinreichen Freunden aus der Wirtschaft Privatjets auszuborgen - was aber in der Öffentlichkeit keinen schlanken Fuß machte.
Neben seinen teuren Uhren waren es vor allem diese halb beruflichen, halb privaten Reisen mit seiner damals frischgebackenen Gattin Carla Bruni, die ihm den Beinahmen "Bling-Bling" als Zeichen für seine Protzigkeit und den Verdacht der Korumpierbarkeit einbrachten.
Secondhand muss reichen
Den Eindruck des Verschwenders versucht Sarkozy zu vermeiden, indem er sich für eine Gebrauchtmaschine entschied, die zuvor bei der Air Caraibes im Einsatz war. Inklusive Umbau soll die "Air Bling One", wie die britische "Times" die Präsidentenmaschine wegen des zu erwartenden Glitzerns von Luxusgütern bereits nennt, rund 180 Millionen Euro kosten.
Ende 2010 soll sie fix und fertig geliefert werden. Dann kann Sarkozy nachspielen, was er wohl nicht zuletzt aus Hollywood-Schinken von der "Air Force One" des US-Präsidenten kennt.
Die Suite an Bord
Denn bei der Ausstattung lässt sich Sarkozy nicht lumpen. Da der Kauf des Flugzeugs mit 60 Millionen Euro ein Schnäppchen war, bleiben die restlichen 120 Millionen Euro für Umbauten. An Platz wird es dem Präsidenten dann nicht mehr mangeln.
Laut "Le Monde diplomatique" soll die Einrichtung "der letzte Schrei" sein. An Bord soll es ein modernes Kommunikationszentrum geben, einen Sitzungsraum, ein Büro, ein Schlafzimmer mit Bad, eine medizinische Versorgungseinheit und noch einiges mehr. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein Raketenabwehrsystem.
Man kann davon ausgehen, dass die Ausstattung der präsidentiellen Räumlichkeiten nichts zu wünschen übrig lassen wird. Dem Vernehmen nach ist Präsidentengattin Bruni an der Planung beteiligt.
Budgetschummelei?
Der Opposition stößt in erster Linie die Budgetierung sauer auf. Der Etat für Ausgaben des Präsidenten sei ohnehin großzügig bemessen, heißt es. Nun werde Schönfärberei betrieben, indem das Präsidentenflugzeug finanziell vom Verteidigungsministerium getragen wird.
Die Regierung argumentiert damit, dass das Ministerium für die gesamte Regierungsflotte verantwortlich zeichne und auch Betrieb und Wartung der Flugzeuge überhabe.
"Präsident einer großen Nation"
Jean-Michel-Fourgous, ein Abgeordneter von Sarkozys Partei UMP, nimmt ohnehin jedem Argument den Wind aus den Segeln, indem er sagt: "Inmitten der Globalisierung wird unser Präsident so reisen, wie auch andere Präsidenten großer Nationen reisen."
Das soll wohl heißen: Für den großen Präsidenten einer großen Nation braucht es ein großes Flugzeug. In diversen Internet-Foren wird entsprechend geätzt.
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