Die Staatseinnahmen fielen damit auf 44,13 Mrd. Euro, was um sieben Prozent bzw. 3,3 Mrd. Euro weniger ist als in den ersten drei Quartalen des Vorjahres. Die Ausgaben stiegen um 8,6 Prozent. Fast vier Mrd. Euro kostete heuer bisher das Bankenhilfspaket. Soziales, Gesundheit und Familie kosteten um 1,8 Mrd. Euro mehr.
Körperschaftssteuer am stärksten eingebrochen
Vergleichsweise gering war der Rückgang mit 1,02 Prozent bei der Umsatzsteuer, die 16,19 Mrd. Euro gebracht hat. Neben der Umsatzsteuer zweitgrößter Einnahmenposten ist die von Arbeitern, Angestellten und Beamten bezahlte Lohnsteuer mit 14,53 Mrd. Euro (minus 5,75 Prozent). Die veranlagte Einkommensteuer ging um 9,6 Prozent auf 1,23 Mrd. Euro zurück.
Am stärksten brach die Körperschaftssteuer auf Unternehmensgewinne ein, die nur noch 2,05 Mrd. Euro und damit um 42 Prozent weniger erbrachte.
Kapitalertragsteuer mit leichtem Plus
Sogar ein leichtes Plus gab es bis September bei der Kapitalertragsteuer auf Zinsen (0,2 Prozent auf 554 Mio. Euro), jene auf Dividenden erbrachte angesichts der Wirtschaftskrise dagegen um mehr als ein Fünftel weniger (minus 22,2 Prozent auf 883,1 Mio. Euro).
Die Verbrauchssteuern gingen leicht um 0,83 Prozent auf 3,73 Mrd. Euro zurück. Größter Einzelposten ist hier die Mineralölsteuer (2,52 Mrd. Euro, minus 2,3 Prozent).
Weniger Geld für Länder und Gemeinden
Die Überweisungen an die Länder und Gemeinden stiegen zwar nominell stark (um 1,67 Mrd. Euro oder 13 Prozent auf 14,44 Mrd. Euro). Der Anstieg ist allerdings auch auf neue Verteilungsregeln im Finanzausgleich zurückzuführen: Einige Direktzuschüsse an die Länder fallen weg, im Gegenzug erhalten sie höhere Anteile an den Steuereinnahmen.
Insgesamt dürfte das heuer wegen der Wirtschaftskrise aber ein Verlustgeschäft für die Länder sein: Die Ausgaben des Bundes im Kapitel "Finanzausgleich" sanken nämlich um 2,4 Mrd. Euro.
Insgesamt stiegen die Ausgaben des Bundes aber wie erwartet kräftig, und zwar um 4,1 Mrd. Euro oder 8,6 Prozent auf 51,65 Mrd. Euro.
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