Laut der "Presse am Sonntag" wird gegen H. wegen Paragraf 99 StGB (Freiheitsentziehung) ermittelt. Der Zeitung zufolge wollte der zuständige Grazer Oberstaatsanwalt Thomas Mühlbacher die Ermittlungen gegen H. "nicht dementieren".
"Unter Umständen beteiligt"
"Es haben sich Verdachtsmomente ergeben. Und aus der besonderen Nahebeziehung von H. zu Priklopil sind noch Fragen offen, die nicht zufriedenstellend geklärt sind", so Mühlbacher.
Die Aufgabe der Staatsanwaltschaft sei jedenfalls zu klären, "ob es mehrere Täter gibt, und es besteht der Verdacht, dass H. unter Umständen beteiligt war". Ermittelt werde aber "in alle Richtungen".
Von bestätigten Ermittlungen gegen H. "und möglicherweise noch andere Personen" berichtete zudem die Tageszeitung "Kurier". Es gilt die Unschuldsvermutung.
Hausdurchsuchung in Deutschland?
Neue Aufschlüsse erhofft sich die Staatsanwaltschaft offenbar von neuem Beweismaterial, das den Berichten zufolge in Deutschland vermutet wird.
Konkret soll es um Beweismittel zweier mutmaßlicher Zeugen gehen, die nun mit Hilfe der deutschen Staatsanwaltschaft sichergestellt werden sollen, nachdem die Betroffenen "im entscheidenden Moment gegenüber den österreichischen Behörden immer wieder einen Rückzieher gemacht" hätten.
Mühlbacher hat laut "Kurier" die deutsche Staatsanwaltschaft nun um Rechtshilfe ersucht, da die deutschen Zeugen auf Anfragen nicht reagiert hätten. Der Zeitung zufolge soll es in Deutschland bereits zu Hausdurchsuchungen gekommen sein.
Offizielle Ergebnisse, was die Amtshilfe der deutschen Kollegen betrifft, werden bereits in den nächsten Tagen erwartet. Bis Jahresende will Mühlbacher schließlich über eine eventuelle Anklage entscheiden.
"Nichts zu verbergen"
H. selbst wollte sich laut "Kurier" nicht zu den nun erhobenen Vorwürfen äußern: "Für mich ist es die beste Variante, gar nichts mehr zu sagen."
Das bedeute allerdings nicht, dass er etwas zu verbergen habe, so H. Vielmehr werde in jede seiner Aussagen "etwas Negatives hineininterpretiert".
Kampusch-Vater nicht überrascht
Der Vater von Kampusch zeigte sich unterdessen gegenüber der Tageszeitung "Österreich" (Sonntag-Ausgabe) von den jüngsten Entwicklungen nicht überrascht.
Er habe immer gewusst, "dass
der Fall meiner Tochter nicht restlos geklärt ist. Jetzt wird es bald Überraschungen geben."
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