Wie die "New York Times" ("NYT") am Samstag berichtete, wollte die Polizistin Donnerstagmittag gerade ihren Wagen zur Reparatur bringen, als über Funk die Nachricht von dem Amoklauf auf dem Militärstützpunkt Fort Hood kam. Als sie am Ort des Geschehens eintraf, sah sie nach Angaben der Zeitung sofort Hasan, der mit der Waffe in der Hand einem verwundeten Soldaten hinterherjagte.
Mehrfach getroffen
Wie die "NYT" berichtete, zog die zierliche Polizistin ihre Waffe und feuerte auf den Todesschützen, der sich sofort zu ihr drehte und auf sie schoss. Sie rannte weiter auf ihn zu, feuerte weiter. Auch er schoss weiter. Beide erlitten mehrfache Schussverletzungen, beide brachen schließlich zusammen.
Nach Informationen der "Washington Post", in der es hieß, Hasan habe zuerst auf die Polizistin geschossen, und sie habe dann zurückgeschossen, erlitt Munley Schussverletzungen in beiden Oberschenkeln und im Handgelenk.
Hasan wurde von zumindest einer Kugel in der Brust getroffen, er liegt nach Krankenhausangaben im Koma.
Jägerin und Surferin
Ob die Polizistin, die als begeisterte Jägerin und Surferin gilt, allein verantwortlich für das Ende des Amoklaufs mit 13 Toten war, blieb unklar.
Chuck Medley, der Leiter des Notfalldiensts auf dem Stützpunkt, jedenfalls ist sich sicher: "Sie ist eine wahre Heldin. Sie hatte die Ausbildung, sie wusste, was zu tun war, und sie hatte den Mut, es zu tun - und indem sie es tat, rettete sie das Leben Unzähliger."
Obama würdigt Mut der Helfer
US-Präsident Barack Obama würdigte in seiner wöchentlichen Videoansprache den Mut und den Einsatz der Helfer in Fort Hood. Amerika habe auf dem texanischen Armeestützpunkt "das Schlimmste" gesehen, was Menschen anrichten könnten, aber auch "das Beste".
Soldaten wie Zivilisten seien den Verletzten zu Hilfe geeilt und hätten Hemden in Stücke gerissen, um Wunden zu versorgen. Schließlich habe jemand - obwohl schon selbst verletzt - den Täter niedergeschossen, lobte der Präsident Mut und Einsatz der Helfer.
"Verbrechen gegen die Nation"
Obama sprach in seiner Rede von einem "Verbrechen gegen die Nation" und ordnete an, die Flaggen am Weißen Haus und allen Bundesgebäuden im Land bis zum Mittwoch, dem Tag der Kriegsveteranen, auf Halbmast zu setzen. Er wird laut Medienberichten aus Tokio seine für kommende Woche geplante Asien-Reise um einen Tag verschieben, um an den Gedenkfeiern teilzunehmen.
Soldaten waren unbewaffnet
Bei dem Amoklauf des Militärpsychiaters Hasan waren am Donnerstag 13 Menschen getötet und weitere 38 verletzt worden.
Der Täter, offenbar ein strenggläubiger Muslim, war bei dem Blutbad auf wehrlose Soldaten gestoßen, weil das Mitbringen von Waffen in der Militäreinrichtung verboten ist. Er musste die Waffen eingeschmuggelt haben.
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