Ausbildung von Militär finanziert
Nidal Malik Hasan wurde als Sohn pakistanischer Eltern im US-Bundesstaat Virginia geboren. 2001 machte er an der Militäruniversität für Gesundheitswissenschaften in Bethesda/Maryland seinen Abschluss. Vor dem Medizinstudium war der heute 39-Jährige acht Jahre lang Berufssoldat und hatte als Reserveoffizier an der Virginia Tech seinen Bachelor in Biochemie gemacht.
Experte für Traumaerkrankungen
Schon als Medizinstudent soll er Beratung in Anspruch genommen haben, weil er Probleme mit Patienten hatte. Acht Jahre lang arbeitete er dann im angesehenen Walter-Reed-Armeespital, wo er Heimkehrer behandelte, die unter posttraumatischen Erkrankungen litten.
Dort soll er aber schlechte Bewertungen bekommen haben und unter besonderer Supervision gestanden haben, wie sein damaliger Ausbildungsleiter Thomas Grieger berichtete.
Gleichzeitig beschrieb er Hasan als "zumeist sehr ruhigen" Menschen, der nie schlecht vom Militär oder von seinem Land gesprochen habe. "Er hat einen Treueid auf die Streitkräfte geschworen", sagte Grieger. "Ich habe nichts gehört, was diesem Schwur widersprochen hätte."
Mann mit "sonderbarem Auftreten"
Im Juli diesen Jahres wurde er
auf die Militärbasis Fort Hood in Texas versetzt. Seine Vorgesetzten zeigten sich mit seiner Arbeit zufrieden, doch Kollegen beschrieben ihn als Mann mit "sonderbarem Auftreten". Viele Kollegen hätten deshalb vermieden, ihm Patienten zu schicken.
"Das Militär war sein Leben"
Der Junggeselle mied Frauen und betete jeden Tag in einer Moschee in der Nähe seines Hauses. Der dortige Imam bezeichnete Hasan als strenggläubig, nicht aber als extremistisch. Er lebte sehr zurückgezogen. Seine Tante Joel Hasan erzählte Medien gegenüber, ihr Neffe habe nicht viele Freunde gehabt, "das Militär war sein Leben".
Angst vor Versetzung in den Irak
Doch eine Versetzung in den Irak soll Hasan immer gefürchtet haben, wie ein Cousin Medien gegenüber bestätigte. Zum Zeitpunkt der Schießerei war Hasan in Vorbereitung auf eine Versetzung in den Irak. Offiziell wurde vom Militärsprecher der Basis, George Wright, bestätigt, dass Hasan gegen einen Einsatz im Irak gewesen sei - er sei aber bereit gewesen, nach Afghanistan zu gehen.
Das widerspricht den Aussagen eines pensionierten Colonel, der berichtete, Hasan habe immer wieder Streitgespräche mit Kameraden über die US-Auslandseinsätze geführt.
Blog-Einträge über Selbstmörder
Kurze Zeit vor dem Amoklauf geriet Hasan auch ins Visier des FBI. Vor sechs Monaten fiel Hasan Strafverfolgungsbehörden in Zusammenhang mit Internet-Einträgen über Selbstmordanschläge und andere Drohungen auf. Darin wurden unter anderem Selbstmordattentäter mit Soldaten gleichgesetzt, die sich auf eine Granate werfen, um ihren Kameraden das Leben zu retten.
Durchsuchungsbeschluss lag bereit
Es sei nicht mit Sicherheit festgestellt worden, ob Hasan diese Einträge geschrieben habe, verlautete aus Sicherheitskreisen. Ein förmliches Ermittlungsverfahren sei bis zu der Schießerei nicht eingeleitet worden.
Es sei ein Durchsuchungsbeschluss vorbereitet worden mit dem Ziel, Hasans Computer sicherzustellen, berichtete ein Gewährsmann. Doch dazu sei es nicht mehr gekommen.
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