Für Handel immer unbedeutender

Geldgeschenke setzen Händlern zu.
Das Weihnachtsgeschäft könnte zwar auch in diesem Jahr wieder einen Dämpfer erhalten - ein Einbruch aufgrund der Wirtschaftskrise ist aber nicht zu erwarten. Der Standortberater RegioPlan rechnet demnach heuer mit einem "nominellen Umsatzplus von einem bis 1,5 Prozent".

Wie hoch der tatsächliche nominelle Zuwachs sein werde, könne noch nicht gesagt werden, da dieser von der Inflation abhängig sei. "Ein kleines reales Minus wäre aber möglich", räumte Sprecherin Rita Kremsner ein.

Weniger als im Vorjahr
Pro Kopf wollen die Österreicher heuer 272 Euro für Geschenke ausgeben, so eine aktuelle Umfrage des Beraters Ernst & Young. Das ist zwar um sechs Prozent weniger als im Vorjahr, jedoch fast 50 Euro mehr, als die Deutschen pro Kopf ausgeben wollen.

Internet immer stärkere Konkurrenz
Da die Ausgaben seit mehr als zehn Jahren kaum gestiegen seien, verliere Weihnachten für den Einzelhandel "generell langfristig an Bedeutung", sagte RegioPlan-Geschäftsführerin Hanna Bomba-Wilhelmi. Nicht nur die Konjunkturflaute, sondern auch der Internet-Handel und der Trend zu Wellness- und Geldgeschenken setzen den Händlern zu.

Je nach Branche unterschiedlich
Für manche Branchen wie Spielwaren-, Schmuck- und Buchhandel ist Weihnachten aber die wichtigste Zeit im Jahr. Spielzeughändler erzielen allein im Dezember zweieinhalbmal so hohe Umsätze wie in anderen Monaten. Bei den Uhren- und Schmuckhändlern sei es ähnlich, so RegioPlan.

Praktisches ist out
Unter den heimischen Christbäumen werden sich auch heuer wieder viele "Produktgeschenke" befinden. Der Trend gehe zu Geschenken, die Emotionen bedienen.

Gefragt seien Qualität und Exklusivität - Küchengeräte und Krawatten werden also immer weniger verschenkt. Immer beliebter werden laut RegioPlan Freizeit-, Wellness- und Erlebnisgeschenke wie Thermenaufenthalte, Ballonfahrten und Kochkurse.

Handel im Vorfeld optimistisch
Österreichs Händler rechnen trotz der anhaltend schwierigen Konjunkturlage mit klingenden Kassen für das heurige Weihnachtsgeschäft. "Wir werden den Vorjahresumsatz halten können", zeigte sich Bundesspartenobmann Erich Lemler optimistisch.

1,47 Milliarden im Vorjahr
Im Vorjahr gaben die Österreicher 1,47 Mrd. Euro für Weihnachtsgeschenke aus - so viel wie noch nie zuvor. Unter Weihnachtsgeschäft wird nur der Mehrumsatz des Einzelhandels im Monat Dezember, also der zusätzliche Umsatz zum "Normalumsatz", verstanden.

Gutscheine werden erst berücksichtigt, wenn sie eingelöst werden. In Deutschland umfasst das Weihnachtsgeschäft hingegen den Gesamtumsatz im November und Dezember.

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