Keine Warnstreiks in Spanien geplant
Spanien steht der Entscheidung von GM eher positiv gegenüber. Die Regierung wies darauf hin, dass GM das Opel-Werk bei Saragossa immer als eines der profitabelsten des Konzerns eingeschätzt hatte.
Bei einer Übernahme von Opel durch Magna und die russische Sberbank war in Spanien befürchtet worden, dass sich Opel mehr an Osteuropa ausgerichtet hätte.
Die Spanier hoffen darauf, dass GM für das Werk eine bessere Regelung findet als Magna - der austro-kanadische Zulieferer hatte 900 der 7.500 Arbeitsplätze abbauen wollen. Die spanischen Opel-Beschäftigten wollen sich nicht an den Warnstreiks gegen die GM-Entscheidung beteiligen.
Große Erleichterung in Polen
Die Magna-Pläne seien für den polnischen Standort Gliwice (Gleiwitz) ungünstig gewesen, der Investor wollte keine Garantie für das Weiterbestehen der Fabrik abgeben, sagte der Vizechef der Gewerkschaft "Solidarnosc" im Betrieb, Miroslaw Rzezniczek.
Die Belegschaft wartet nun auf ein Sanierungskonzept von GM. Auch der polnische Wirtschaftsminister, Vizeregierungschef Waldemar Pawlak, erwartet eine bessere Zukunft für die polnische Opel-Fabrik. In Gliwice sind rund 2.500 Mitarbeiter beschäftigt. Am Mittwoch wurde die Produktion des neuen Astra-Modells aufgenommen.
Großbritannien rechnet mit Kürzungen
Großbritannien nahm die Entscheidung positiv auf. Proteste der Arbeiter gab es zunächst nicht. Die Gewerkschaft Unite bezeichnete die Entscheidung als "fantastisch". Denn die Briten hatten befürchtet, dass deutsche Werke durch den ursprünglichen Deal mit Magna bevorzugt werden.
In den Werken der Opel-Schwestermarke Vauxhall in Ellesmere Port und Luton arbeiten 5.500 Menschen. Die Arbeitnehmervertreter gehen davon aus, dass es auch mit GM Stellenstreichungen bei Vauxhall geben wird.
Priorität sei nun, dass so wenige Jobs wie möglich wegfallen, hatte Unite-Generalsekretär Tony Woodley erklärt. Die Regierung sagte den Vauxhall-Werken erneut Unterstützung zu.
Juristisches Nachspiel in Belgien?
In Belgien bleibt die Stimmung der Mitarbeiter angesichts der möglichen Schließung des Werkes in Antwerpen weiter angespannt. Zu den Früh- und Spätschichten an diesem Freitag sowie am Sonntag seien Streiks geplant, sagte Rudi Kennes von der sozialistischen Gewerkschaft (ABVV). Die flämische Regierung beraumte eine Krisensitzung an.
Das Werk in der Hafenstadt Antwerpen soll belgischen Medienberichten zufolge im April 2010 geschlossen werden. 2.584 Mitarbeiter sind hier beschäftigt.
Die belgischen Gewerkschaften denken darüber nach, juristisch gegen GM vorzugehen. Der Tageszeitung "De Standaard" zufolge werfen sie GM Vertragsbruch vor.
Österreich mit Blick auf Deutschland
Österreich reagierte nach dem geplatzten Opel-Deal vor allem mit Verständnis für den Ärger der deutschen Regierung. "Die Presse" sprach von einer "großen Brüskierung" und einem "bizarren Timing".
Der Zulieferer Magna, der den Opel-Kauf zuvor schon so gut wie in der Tasche hatte, zeigte hingegen in einem knappen Statement Verständnis für die Entscheidung und versprach, GM und Opel auch künftig zu unterstützen. Beobachter erklären diese Zurückhaltung damit, dass GM der wichtigste Kunde von Magna sei.
Dennoch hätten die Amerikaner die Strategie von Magna, in den Zukunftsmarkt Russland einzusteigen und sich so ein neues Standbein zu schaffen, durchkreuzt, schrieb "Die Presse". Wie sich Magna nun ausrichten wird, sei völlig unklar. Am Standort in Wien-Aspern zeigte sich die Werksführung noch positiv - mehr dazu in oesterreich.ORF.at. Ein vereinbarter Gehaltsverzicht sei aber nur an Magna gebunden gewesen.
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