Jetzt, wo die Welt erstaunt die Kehrtwende zur Kenntnis nimmt, kommen erhebliche Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit des Mannes auf, den die US-Regierung erst im Frühjahr an die Spitze von GM gestellt hat. "Es ist nicht klar, wer GM führt", sagte Peter Morici, Professor an der Robert H. Smith Business School der Universität Maryland. "Die haben ein Problem."
Verkauf wie ein "Münzwurf"
Tatsächlich waren die seit Monaten verhandelten Pläne für die Zukunft der deutschen GM-Tochter Opel im Verwaltungsrat von GM vom Anfang an heftig umstritten.
"Es war eine knappe Sache bei allen drei wichtigen Treffen hierzu im Board", sagte John Smith, GM-Manager und Chefunterhändler bei der Opel-Restrukturierung. "Es war im August, im September und auch im November so, als ob eine Münze geworfen wird", sagte Smith.
Henderson, der dem 13-köpfigen Gremium angehört, konnte sich offenbar nicht gegen das immer mächtiger werdende Lager der Verkaufsgegner durchsetzen.
Henderson als "schnelle Lösung"
Der GM-Veteran arbeitet seit 1984 für den Autokonzern aus Detroit und ist damit in der Branche mittlerweile eine Ausnahmeerscheinung. Die benachbarte Konkurrenz, Ford und Chrysler, de facto von Fiat kontrolliert, haben sich erfolgreiche, aber branchenfremde Sanierer in die Chefsessel geholt.
Henderson war "eine schnelle Lösung", weil sein Vorgänger Rick Wagoner unhaltbar geworden war. Der ehemalige Chef der Auto-Taskforce der Regierung Obama, Steve Rattner, sagte, es sei nicht klar gewesen, ob sich GM mit einem Outsider oder Henderson besser schlagen werde. Man habe damals schnell entscheiden müssen.
Henderson habe die neue Aufgabe gewollt, aber unter keinen Umständen als "Übergangslösung" bezeichnet werden wollen, weil er befürchtet habe, damit werde seine Autorität untergraben. Im Verwaltungsrat setzte sich nun aber das Lager um den langjährigen früheren AT&T-Chef Ed Whitacre durch - auch er ein Auto-Outsider.
James B. Kelleher, Reuters
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