Harsche Kritik an "wichtigen Herren" in USA

Experten sind überzeugt, dass GM in Europa nun mit absoluter Kompromisslosigkeit agieren wird.
Der Chef von General Motors (GM) Europa, Carl-Peter Forster, hat den Mutterkonzern für die Absage des Opel-Verkaufs kritisiert. "So ein plötzlicher Schwenk ist kaum nachzuvollziehen", sagte Forster "Bild am Sonntag" und "Auto Bild" laut Vorabmeldung vom Donnerstag.

Er hätte sich gewünscht, "dass es zu einem ganz anderen Ergebnis kommt", wurde aus dem Interview mit Forster zitiert. Auch er habe keine Erklärung für das Vorgehen von GM in den USA und wisse auch nicht, wie es weitergehe.

Europa-Führung vor Ablöse?
Auf die Frage, wie das neue Sanierungskonzept für Opel aussieht, sagte Forster: "Ich weiß es nicht. Das müssen wir in den nächsten Tagen erarbeiten. Ich glaube, die wichtigen Herren, die das entschieden haben, wissen es selbst nicht."

Forsters harsche Aussagen sind möglicherweise nur auf den ersten Blick verwunderlich: Der deutsche Autoexperte Helmut Becker ist überzeugt, dass die derzeitige Führung von GM Europa und von Opel nicht mehr lange am Ruder sein wird.

"Da müssen die Köpfe rollen"
Im Interview mit den "Salzburger Nachrichten" (Donnerstag-Ausgabe) sagte Becker, der schon im August erklärt hatte, GM spiele auf Zeit und werde Opel nicht an den austro-kanadischen Magna-Konzern verkaufen: Die bisherige Führungsmannschaft "muss weg".

Dass man bei Opel zugunsten von Magna zu Einschnitten bereit gewesen wäre, gegenüber GM aber Härte zeigen will, ist für Becker nicht einsichtig: "Da müssen die Köpfe rollen. Als GM würde ich ein derartiges Verhalten nicht tolerieren."

Riskanter Arbeitskampf
Auch für die Belegschaft dürfte es noch ungemütlicher werden als bisher. Stefan Bratzel, Leiter des deutschen Center of Automotive, warnte vor einer kompromisslosen Reaktion des US-Konzerns auf allfällige Arbeitskampfmaßnahmen.

Gegenüber der "Welt" (Donnerstag-Ausgabe) sagte Bratzel, die Betriebsräte müssten aufpassen, dass sie das "Tischtuch mit GM nicht vollständig zerschneiden". Schon die bisherige Diskreditierung von GM durch die Betriebsräte sei nicht zielführend gewesen.

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