Nicht nur das Weiße Haus ging damals an den Demokraten Barack Obama verloren, auch im Kongress und bei mehreren Gouverneursahlen musste die "Grand Old Party", deren Symbol der Elefant ist, eine schwere Niederlage einstecken. Genau ein Jahr danach, bei den ersten regionalen Zwischenwahlen, gab es nun erstmals Hoffnungsstrahlen für die US-Konservativen.
Die Erfolge der republikanischen Kandidaten bei den Gouverneurswahlen in New Jersey und Virginia weisen es aber eine auffällige Parallele auf: Beide Kandidaten warfen die zentralen konservativen Themen der letzten zehn Jahre sang- und klanglos über Bord.
Kernthemen verdrängt
Weder der Anti-Terror-Kampf noch soziale Hardliner-Themen wie der Konflikt über Abtreibung und Homoehe, ja nicht einmal die umstrittene Gesundheitsreform Obamas wurde von den Siegern (Bob McDonnell in Virginia und Chris Christie in New Jersey) groß thematisiert.
Stattdessen nahmen sie sich das vermutlich größte lebende Feindbild der Republikaner, den demokratischen Ex-Präsidenten Bill Clinton, zum Vorbild. Dieser hatte 1992 den Wahlkampf gegen George Bush sr. mit dem simplen wie schlagkräftigen Slogan "It's the economy, stupid" gewonnen.
Teestunde für "Grand Old Party"
Seit Monaten machen rechtskonservative Republikaner gegen die Regierung Obama und deren Bankenrettungsmaßnahmen, Konjunkturstabilisierungsprogramme und das damit verbundene enorme Budgetdefizit mobil.
Lange wurde die "Tea Party"-Bewegung - in Anlehnung an die historische Bostoner Tea Party von 1773, die den Aufstand gegen die britische Kolonialherrschaft einläutete - bestenfalls belächelt. Doch mittlerweile wird sie in der "Grand Old Party" ernst genommen.
Denn die Republikaner entdeckten mit der Finanzkrise die Wirtschaft als zugkräftiges Wahlkampfthema wieder.
Die Lektion für Obama
Das ist - nach Ansicht mehrerer Kommentatoren - zugleich auch die wichtigste Lektion für Obama und seine Demokraten: Die Wirtschaftskrise hat so viele US-Bürger in den oder an den Rand des Ruins getrieben, dass alle anderen Themen vergleichsweise drittrangig sind.
Obamas Strategen hätten dessen "Popularität im Streit über das Gesundheitsthema verschwendet, während es den Wählern nur um ihre Jobs und die Wirtschaft geht", kommentierte etwa die "Washington Post" den Ausgang der Wahlen.
Den Job zu behalten oder einen neuen zu finden und die monatlichen Kreditraten bedienen zu können - das ist derzeit für viele Wähler in den USA das einzig Entscheidende. Klimaschutz, Außenpolitik, ja selbst die Gesundheitsreform werden da zur Nebensache.
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