Auch von der TU Wien wurden Besetzungen gemeldet. Mittwoch soll zum Großkampftag werden: Für Wien und Salzburg sind Demonstrationen angekündigt. Am nächsten Tag sollen Graz und Innsbruck folgen.
Demos am Nachmittag
In Salzburg wurde die Demonstration vor dem Haus für Gesellschaftswissenschaften für 15.00 Uhr angekündigt. In Wien soll um 17.00 Uhr der Demonstrationsmarsch unter dem Motto "Mehr Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne" vor der Universität Wien starten.
Auch bei der Akademie und der TU Wien waren Treffpunkte geplant. Bei der "Aktion Schulterschluss" werden auch Lehrer von Universitäten, Schulen, pädagogischen Hochschulen sowie Schüler und Kindergartenpädagogen erwartet.
Dicht besetztes Audimax
Stationen des "bunten Protests" sind unter anderem der Minoritenplatz, also der Sitz des Wissenschafts- und Unterrichtsministeriums. Noch am Dienstagabend wurden im besetzten Audimax Details geplant.
So entstand eine Gratiszeitung, um die Bevölkerung über die Anliegen zu informieren. Und auch Humoristisches sollte geboten werden: Bei der Abschlusskundgebung will man dem Bundesheer den eben erst am Nationalfeiertag aufgestellten Weltrekord im "Massen-Mambotanzen" mit mindestens 301 Paaren wieder abluchsen.
Für bessere Studienbedingungen
Die Proteste wurden vergangene Woche für alle beteiligten überraschend gestartet und breiten sich seitdem - vor allem mit Hilfe des Internets - konsequent aus. Die Studierenden fordern vor allem bessere Studienbedingungen und wenden sich gegen Studienbeschränkungen und Gebühren, die zuletzt wieder verstärkt gefordert wurden.
Sie argumentieren, weder die punktuell eingeführten Zulassungsbeschränkungen noch Studiengebühren hätten in den vergangenen Jahren die Situation an den Unis verbessert - im Gegenteil. Sie fordern auch eine Debatte über den Bologna-Prozess, also die großteils schon eingeführte Umstellung auf das Bachelor-Master-System.
Verständnis auch bei Lehrenden
Zumindest an einigen Unis gibt es auch Verständnis von Lehrenden und des Rektorats. An der Uni Wien fand eine Versammlung externer Lektoren statt.
Der Linzer Unirektor meinte, man nehme die Forderungen der Hörsaalbesetzer sehr ernst und sei für Gespräche offen. Die Johannes-Kepler-Uni leide selbst unter Budgetkürzungen, Hörsaalengpässen, knappen Bibliotheksmitteln und in bestimmten Bereichen unter einem schlechten Betreuungsverhältnis. Auch von der Uni Graz, der Uni Klagenfurt und der TU Graz wurde von einem guten Gesprächsklima mit der Unileitung berichtet.
An der Akademie der Bildenden Künste gibt es indes eine Annäherung: Für Mittwoch ist eine Aufklärung über die umstrittene Leistungsvereinbarung zwischen Uni und Ministerium angekündigt. Das Papier war am Abend von Studierenden "entführt" worden.
Hahn verweist auf Budgeterhöhungen
Im ORF-"Report" verwies Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) auf die Erhöhung des Budgets für die Universitäten unter seiner Ägide. Die Studierenden hätten eine ähnliche Analyse zum Zustand der Unis wie er selbst, so Hahn. Er machte aber eine ungleiche Studienwahl für die Probleme verantwortlich. Zu viele Studenten würden dieselben Fächer wählen.
Unklarheit über Verhandlungen
Zuvor hatte er sich erstmals zu Verhandlungen mit der ÖH bereiterklärt. Doch wie die für Donnerstag geplanten Gespräche ablaufen sollen, ist unklar: Die bundesweite Hochschülerschaft wurde von den spontan entstandenen Protesten selbst überrascht und ist - anders als einzelne ÖHs an den Unis und Studienrichtungsvertretungen - kaum involviert und kann daher kaum für die Studierenden verhandeln.
Die Aktivisten wiederum haben bisher darauf verzichtet, Delegierte oder Sprecher zu stellen, und fragen sich zudem, ob Gespräche mit dem ohnehin nach Brüssel scheidenden Minister überhaupt Sinn ergeben.
Links: