"Wir werden nicht so schnell weggehen", wurde bei einer Pressekonferenz im bis auf den letzten Platz gefüllten Hörsaal angekündigt. Auf jeden Fall wollen die Studenten demnach bis Dienstagfrüh bleiben. Zudem soll es am Dienstag eine große Demonstration geben.
Zugangsbeschränkungen und Studiengebührendebatte
Freitagabend meldete sich mit Flora Eder auch die Vorsitzende der österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) zu Wort. Diese gestand ein, dass die Besetzer "nicht so einfach wegzubekommen" seien. Die ÖH wolle die Proteste laut Eder nicht vereinnahmen, sondern mittels Infrastruktur und etwa Frühstück unterstützen.
"Knackpunkt" der Proteste seien die Zugangsbeschränkungen, "das Fass zum Überlaufen" habe die von Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) erneut entfachte Diskussion über die Wiedereinführung der Studiengebühren gebracht, so Eder weiter.
Die Studenten seien laut Eder jedenfalls zu einer Diskussion mit dem Rektorat bereit, der Zugang zum Audimax stehe der Unileitung jederzeit offen.
"Bildungsdebatte anzetteln"
Die Besetzer selbst betrachten sich laut der Online-Ausgabe des "Standard" als "Bewegung", das Ziel sei das Anzetteln einer Bildungsdebatte.
Der Forderungskatalog der Besetzer umfasst laut einem namenlos bleiben wollenden Sprecher des Plenums die "Re-Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen, die Ausfinanzierung der Unis, selbstbestimmtes Lernen und Leben ohne Konkurrenz- und Leistungsdruck, freie Master-Zugänge, keine verpflichtende Studieneingangsprüfung" und die "Abschaffung aller Bildungs- und Studiengebühren auch für MigrantInnen".
Zudem dürfe es EU-weit keine Zulassungsbeschränkungen geben. Gefordert wird zudem eine "unabhängige Forschung und Lehre, Schluss mit prekären Dienstverhältnissen für Lehrende, Angestellte und ArbeiterInnen, mehr weibliche Lehrende, genug Studienplätze für alle, flexible und selbstbestimmte Studienpläne" sowie "Schluss mit dem Bologna-Prozess und eine Frauenquote in der Univerwaltung".
"Derzeit keine Maßnahmen nötig"
Die Universitätsleitung verzichtete unterdessen am Freitag auf eine Räumung des Hörsaals. Begründet wurde die Vorgehensweise damit, dass die Sicherheitssituation derzeit so sei, "dass keine Maßnahmen nötig sind".
Laut einer Sprecherin der Universität habe man zudem alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen, die nötig seien. Gleichzeitig appellierte die Sprecherin an die Besetzer sowie die ÖH, das Audimax "schnellstmöglich für den Prüfungsbetrieb freizugeben". Der Lehrbetrieb ohne Audimax ließe sich nur mit sehr hohen Kosten aufrechterhalten.
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