Die Schwäche des Dollar im Vergleich zum Euro belastet den wirtschaftlichen Aufschwung in Europa. Vor allem für die Exportwirtschaft ist der starke Euro ein Problem. Der Euro setzte am Montag seinen Höhenflug fort und kostete 1,4958 Dollar gegenüber 1,4903 Dollar am Freitagabend.
Angst um Aufschwung
Auch die Finanzminister der Euro-Gruppe sind besorgt, dass der starke Euro die sich abzeichnende wirtschaftliche Erholung abwürgen könnte. Der luxemburgische Finanzminister und Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, gestand freimütig ein: "Das ist ein Problem, das uns beschäftigt."
Wenig Freude bereitet Trichet und den Finanzministern vor allem die Schwäche des Dollar. Mit großer Aufmerksamkeit verfolge die Euro-Gruppe daher die Ankündigungen der US-Regierung zu ihrer Dollar-Politik, so Trichet. US-Präsident Barack Obama hatte sich zuletzt grundsätzlich für einen starken Dollar ausgesprochen.
Wettbewerbsfähigkeit leidet
Der Euro bewegt sich auf die Marke von 1,50 Dollar zu. Die Schwäche der US-Währung macht es für europäische und andere ausländische Unternehmen schwierig, auf dem riesigen US-Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Reise nach Peking
Trichet, EU-Wirtschaftskommissar Joaquin Almunia und der Vorsitzende der Minister, Juncker, wollen noch vor Jahresende nach China fahren, um mit der Pekinger Führung über die - als unterbewertet geltende - Yuan-Währung zu sprechen.
IWF gegen Devisenreserven
In diesen Zusammenhang passt auch, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) nun die Schaffung eines neuen Programms prüft, um seine Mitglieder vom Aufbau von Devisenreserven abzuhalten. Der Fonds erwäge derzeit eine Verbesserung der bestehenden Mechanismen oder eine Erweiterung um andere versicherungsartige Werkzeuge, kündigte IWF-Vize John Lipsky auf einer Konferenz in Mexiko an.
Derartige Maßnahmen würden das Vertrauen der Mitglieder stärken, so dass sie sich nicht durch die Schaffung eigener Reserven absichern müssten.
Dollar-Reserven als Grundübel?
Einige Ökonomen halten die massiven Devisenreserven von Exportländern wie China für eine der Ursachen der globalen Finanzkrise. Die Reserven wurden häufig in US-Dollar-Anlagen investiert. Das trug dazu bei, die Zinsen auf einem niedrigen Stand zu halten, und schürte zusammen mit einer laxen Überwachung der Kreditvergabe die Blase auf dem US-Häusermarkt.
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