Der von der Königlich-Schwedischen Akademie vergebene Preis ist inzwischen mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 965.000 Euro) dotiert. Er wird jeweils am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters, in Stockholm überreicht.
Regeln aus dem 18. Jahrhundert
Zusammensetzung und Arbeitsweise der Schwedischen Akademie richten sich nach Regeln aus dem Jahr 1786, die König Gustaf III. (1746-1792) zur Pflege der schwedischen Sprache erlassen hatte. Noch heute gilt, dass die 18 Mitglieder von der Akademie selbst auf Lebenszeit gewählt werden.
Die Mitgliedschaft hört auch dann nicht auf, wenn ein Betroffener das selbst ausdrücklich als seinen Willen erklärt hat. So wird die Schriftstellerin Kerstin Ekman weiter als Akademie-Mitglied geführt, obwohl sie 1989 ihren Austritt erklärte.
Ahnlund gegen Jelinek
Seit 2005 nimmt Knut Ahnlund aus Protest gegen die Preisvergabe an Elfriede Jelinek nicht mehr an Sitzungen der Akademie teil. Der Platz des im November 2008 gestorbenen Autors Sten Rudholm ist derzeit unbesetzt.
Im Dezember soll die schwedische Autorin Lotta Lotass diesen Sitz einnehmen. Nach ihrem Eintreten wird das Durchschnittsalter der Nobeljuroren erstmals seit Jahrzehnten unter 70 Jahre sinken und unter Einschluss Lotass' 69,7 Jahre betragen.
Neuer Sekretär
Die Hauptarbeit bis zur endgültigen Abstimmung über den Literaturnobelpreis liegt beim Nobelkomitee, das jahrelang vom Ständigen Sekretär Horace Engdahl geprägt wurde.
Auch hier gibt es eine Verjüngung: Im Sommer übernahm Peter Englund diese Funktion. Er steht nach dem ernsten, staatstragend wirkenden Engdahl für einen neuen Stil, tritt verschmitzt und selbstironisch auf, rezensiert bei Bedarf für Schwedens große liberale Tagezeitung "Dagens Nyheter" auch Computerspiele und war bis vor kurzem fleißiger Blogger.
Zu europäisch?
Kurz vor der diesjährigen Bekanntgabe kritisierte Englund noch die Vergabepolitik seines eigenen Komitees: Weil die Mitglieder der Akademie Europäer seien, tendierten sie zu einer "europäischen Sicht" auf Literatur, sagte der Ständige Sekretär. Er glaube, dass die Dominanz europäischer Autoren in den vergangenen Jahrzehnten "ein Problem" sei.
Keine Preise in Kriegsjahren
Über die Beratungen zum Nobelpreis muss jeweils 50 Jahre lang Stillschweigen bewahrt werden. In den Jahren 1914, 1918 und 1935 sowie von 1940 bis 1943 wurde kein Literaturnobelpreis vergeben. Viermal - 1904, 1917, 1966 und 1974 - mussten sich zwei Schriftsteller die Auszeichnung teilen.
Zwei Autoren lehnten den Nobelpreis ab: 1958 musste der sowjetische Autor Boris Pasternak den Preis auf Druck seiner Regierung zurückweisen. Der Franzose Jean-Paul Sartre weigerte sich 1964, die Auszeichnung anzunehmen.
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