Die Befragung von Staatsanwalt Michael Klackl begann wegen der internen Debatte mit einer Dreiviertelstunde Verspätung.
FPÖ sieht sich benachteiligt
Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ) warf Bartenstein vor, die Befragung des Staatsanwalts Gerhard Jarosch in der Ausschusssitzung am Dienstag beendet zu haben, obwohl die FPÖ noch Fragen stellen wollte - und das, nachdem der BZÖ-Abgeordnete Ewald Stadler zuvor ausführlichst zu Wort gekommen sei.
"Der Herr Stadler hatte 129 Fragen, wir wurden nach der 29. Frage abgebrochen", kritisierte Graf vor Journalisten.
Soll Ausschuss "abgedreht" werden?
Graf warf Bartenstein und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ), die zuvor eine - mittlerweile revidierte - Verschärfung der Geheimhaltungsbestimmungen verfügt hatte, vor, den Ausschuss "abdrehen" zu wollen.
BZÖ-Mann Peter Westenthaler schloss sich dem an: "Ich habe den Eindruck, Rot und Schwarz wären froh, wenn der Untersuchungausschuss zu Ende wäre."
FPÖ will alle Minister durchleuchten
Graf will nun sämtliche Akten von Justiz, Polizei und Geheimdiensten über alle Regierungsmitglieder und Landeshauptleute in den U-Ausschuss liefern lassen, um eine eventuell bevorzugte Behandlung klären zu können.
Für ÖVP ist FPÖ-Vorwurf "unhaltbar"
SPÖ und ÖVP wiesen die Vorwürfe zurück. "Wir sind gut unterwegs. Die Dinge gehen voran", sagte Bartenstein. Für ÖVP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer ist der Vorwurf Grafs "unhaltbar". Schließlich habe man gemeinsam mit der Opposition einen bis Dezember reichenden Arbeitsplan vereinbart.
Auch SPÖ-Fraktionsführer Otto Pendl kann die Aussagen von Blau und Orange nicht nachvollziehen: Es gehe dem Ausschuss um "sachliche Aufklärung", sagte Pendl. "Aber ich lehne auch eine Politshow entschieden ab", so Pendl vor Ausschussbeginn.
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