Von Verfolgung durch Nazis geprägt

"Chinatown" sollte Polanskis letzter US-Film bleiben.
Das Leben Roman Polanskis ist voller tragischer und dramatischer Momente. Geboren ist er in Paris, die Eltern des am 18. August 1933 unter dem Namen Roman Liebling geborenen Kindes ziehen zwei Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg jedoch in ihr Heimatland Polen zurück.

Die Familie wird schließlich im Krakauer Ghetto interniert, dem jungen Polanski gelingt die Flucht. Seine gerade wieder schwangere Mutter wird in Auschwitz ermordet, sein Vater überlebt nur knapp im Nazi-Konzentrationslager Mauthausen in Österreich.

Ehefrau wurde von Manson ermordet
Als Regisseur arbeitet Polanski zunächst in Polen, dann in Frankreich. Nach der Auszeichnung mit dem Goldenen Bären der Filmfestspiele Berlin für "Cul-de-Sac" 1966 und dem Erfolg mit der Horrorsatire "Tanz der Vampire" geht Polanski 1968 nach Hollywood.

Mit seinem ersten US-Film, dem verstörenden Psychothriller "Rosemary's Baby", schreibt er Filmgeschichte. Doch das Glück verlässt ihn schnell wieder: Seine hochschwangere Frau Sharon Tate wird 1969 von Charles Manson und Anhängern auf grausame Weise getötet.

Flucht in den Siebzigern
1974 meldet sich Polanski mit dem für mehrere Oscars nominierten Detektivthriller "Chinatown" in Hollywood zurück. Es sollte seine letzte US-Arbeit werden. Wegen der Anklage auf Vergewaltigung einer Minderjährigen flüchtet er aus den USA.

Inzwischen setzt sich sein damaliges Opfer, die heutige Mittvierzigerin Samantha Geimer, für ein Ende des Verfahrens gegen ihn ein. Sie leide darunter, dass immer wieder Details des Vorfalls ausgebreitet werden, sagt sie. Sie lebt mit Mann und drei Kindern auf Hawaii.

Seit 1989 in dritter Ehe verheiratet
Polanski bleibt in Europa als Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler im Geschäft und dreht Filme wie "Bitter Moon" (1992), "Frantic" (1988) und "Tess" (1979). 2003 wird sein teils autobiografischer Film "Der Pianist" mit der Goldenen Palme von Cannes und dem Oscar ausgezeichnet.

Seit 1989 ist er mit der französischen Schauspielerin Emmanuelle Seigner verheiratet, das Paar hat zwei Kinder. In Europa hatte sich Polanski stets vor der Auslieferung an die USA sicher gefühlt. Problemlos reiste er zu Filmfestivals und nahm viele Auszeichnungen entgegen.

Zuletzt auch in Wien gewesen
Auch in der Schweiz war ihm bisher nichts passiert. Polanski weilte schon oft als Urlauber in noblen Schweizer Skiorten wie Gstaad. Nur Tage vor seiner Festnahme war er anlässlich der Wiederaufnahme der Musicalversion von "Tanz der Vampire" am Wiener Ronnacher auch in Österreich.

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