Unternehmen zeigen Interesse

Kanadische Firma zeigt Interesse an Schweizer Gold.
In der Schweiz grassiert das Goldfieber. Jeden Sommer lassen sich Hunderte Touristen und Hobbygoldwäscher in die Schweizer Alpen locken, um kleinste Spuren des Edelmetalls aus dem Sand der Flüsse zu waschen. Zu einem kommerziellen Goldabbau kam es bisher aber nicht.

Doch das soll sich ändern, wie die "Neue Zürcher Zeitung" ("NZZ") Ende Juli berichtete. Die Chancen stünden gut, dass in absehbarer Zeit im Bündner Oberland kommerziell Gold abgebaut wird.

Denn gerade dort finde sich das goldhaltigste Gestein der Alpen - mit bis zu 14 Gramm pro Tonne. Eine Genfer Aktiengesellschaft wittert das große Geschäft mit dem glänzenden Edelmetall. Bereits im Herbst sollen umfangreiche Erkundungsarbeiten anlaufen.

Abbaugesetz erarbeitet
Seit Sommer 2006 kümmert sich die MinAlp SA um die Erschließung der Goldvorkommen. In den vergangenen Jahren wurden von Mitarbeitern Steine gesammelt, deren Analysen einen Goldgehalt von zwei bis 14 Gramm pro Tonne Gestein ergaben. Um den kommerziellen Goldabbau rentabel betreiben zu können, ist laut "FZZ" ein Goldgehalt von sechs bis acht Gramm notwendig.

Die ermutigenden Ergebnisse hatten die MinAlp veranlasst, mit drei Gemeinden des Bündner Oberlandes ein Abbaugesetz für die gewerbsmäßige Goldgewinnung zu erarbeiten.

Finanzkrise dazwischengekommen
Die Goldgräberstimmung war endgültig entfacht, erste Probebohrungen waren für das Frühjahr 2008 geplant. Doch dann erschütterte die weltweite Finanzkrise die ambitionierten Pläne in den Schweizer Alpen.

Zwei kanadische Bergbaufirmen, die Interesse gezeigt hatten und die Exploration finanziell unterstützen sollten, zogen sich infolge der Turbulenzen auf den Finanzmärkten aus dem Projekt zurück.

Neuer Investor gefunden
Wie die "NZZ" schreibt, hat die MinAlp nun einen neuen Investor gefunden, der angeblich bereit ist, "mehrere Millionen Franken zu investieren". Nach Angaben von Rene Rigoleth, dem bisherigen Verwaltungspräsidenten der MinAlp, konnte die Firma an die kanadische Murray Brook Minerals Inc. verkauft werden. Deren Präsident ist Jean-Jacques Treyvaud, vormals Bankier in Genf und heute in Kanada zu Hause.

Laut Rigoleth wird der Chefgeologe des kanadischen Unternehmens noch im Herbst mit Untersuchungen und Kartierungen des Gebiets beginnen.

Sollten diese ebenso erfolgreich ausfallen wie die bereits genommenen Gesteinsproben, müssten noch eine Machbarkeitsstudie und ein Finanzierungsnachweis erstellt sowie die endgültige Konzession abgewartet werden.

Noch ein langer Weg
Laut Rigoleth müsste der Goldabbau unterirdisch erfolgen, und zwar in einem Tunnelsystem ähnlich dem Wolframabbau im Tiroler Mittersill. Treyvaud warnte gegenüber der "NZZ" jedoch vorerst vor allzu großen Erwartungen. Es sei noch ein langer Weg, bis effektiv Gold abgebaut werden könne.

Aber bis dahin wird der Traum vom schnellen Reichtum weiterhin Touristen, Abenteurer und findige Geschäftsleute in die Schweizer Alpen locken - nicht zuletzt beflügelt von bisherigen Funden.

1997 fischte ein Goldsucher einen Klumpen von 123 Gramm aus dem Rhein bei Disentis, und im Sommer 2000 stieß ein Glückspilz auf insgesamt 1,3 Kilogramm Gold, darunter eine mit rund 400 Gramm überzogene Quarzplatte, die nun im Bündner Naturmuseum in Chur ausgestellt ist.

Links: