Im Juni waren dadurch etwa 2.000 Liter Wasser in das erst 2006 in Betrieb genommene Hightech-Depot eingedrungen. Der durch ein Robotersystem zugängliche Speicher musste daraufhin komplett geräumt werden.
"Es handelt sich um einen Baufehler, der bei der nachträglichen Isolierung der Eindringöffnung für den Robot passiert ist", sagte Burghauptmann Wolfgang Beer am Dienstagnachmittag bei einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch.
Beweissammlung "weitgehend abgeschlossen"
Welche der zuständigen Baufirmen für die Schäden in der Isolierung verantwortlich ist, wollte Beer auf APA-Anfrage nicht sagen. "Ich mache keine Schuldzuweisung, das ist nicht meine Aufgabe, sondern die eines Gerichts."
Während der Untersuchungsarbeiten habe man eine gerichtliche Beweissammlung durchgeführt, die auch "weitgehend abgeschlossen" sei. Im Wirtschaftsministerium werde dann entschieden, ob es zu einer Klage komme. "Da ist die Frage, welche Forderungen man erheben kann und wie man das Prozessrisiko abwägt", so Beer.
Bis Oktober wieder bezugsfertig
Nun soll die Gesamtoberfläche der Bastei auf etwa 500 Quadratmetern bis zur Schutzbetonschicht geöffnet und durch eine zusätzliche Isolierschicht sowie eine verbesserte Drainageschicht ergänzt werden.
Durch diese Maßnahmen soll der Speicher schon Mitte bis Ende Oktober wieder bezugsfertig sein. Die Basteihalle, wo die aus dem Depot ausgelagerte Sammlung derzeit gelagert ist, wäre nach Einschätzung der Burghauptmannschaft vom Umbau nicht betroffen.
Anders gesagt: Eine Überführung der Kunstwerke in die bereits vorbereiteten externen Depots wäre unter diesen Umständen nicht mehr nötig, die Exponate könnten nach der Sanierung wieder direkt von der Basteihalle ins Tiefdepot gebracht werden.
Warten auf Gutachten
Ob das tatsächlich geschehen wird, entscheiden Albertina und Burghauptmannschaft nicht alleine, man wartet auf das unabhängige Gutachten eines deutschen Experten.
"Sollte durch die Sanierungsarbeiten auch nur das geringste Risiko für die Basteihalle entstehen, werden wir sie räumen", betonte Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder, "auch für wenige Wochen." Die Entscheidung müsse aber jedenfalls in den nächsten Tagen fallen, um mit dem etwa fünf Wochen dauernden Transport nicht den Beginn der Sanierung zu verzögern, so Schröder.
Viertelmillion für Sanierung
Für die Sanierungsarbeiten sind Kosten von 200.000 Euro veranschlagt, den Rahmen hat Burghauptmann Beer sicherheitshalber mit 250.000 Euro angesetzt. Die Baumaßnahmen sind durch die Finanzierung vom Wirtschaftsministerium gedeckt.
Die "Vermögensschäden" werden laut Schröder Gegenstand einer interministeriellen Entscheidung sein. "Unser Ansprechpartner ist die Republik Österreich." Bildungs-, Wirtschafts- und Finanzministerium sollen eine Einigung finden - "ich denke doch, außerhalb eines Rechtsstreits".
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