Erstes Interview seit Jacksons Tod

Kampf um Jacksons Kinder und Erbe voll entbrannt.
Eine Woche nach dem Tod von Popstar Michael Jackson ist der Kampf um sein Vermächtnis und seine Kinder voll entbrannt. Debbie Rowe, Mutter der beiden älteren Kinder des Sängers, will das Sorgerecht beantragen.

"Ich will meine Kinder haben", sagte Jacksons Ex-Frau am Donnerstag in einem 90-minütigen Interview des US-Senders NBC, bei dem sie sich erstmals seit dem Tod ihres Ex-Mannes am 25. Juni zu Wort meldete.

DNA-Test angekündigt
In dem nun im Raum stehenden Rechtsstreit sei sie zudem bereit, sich auch einem psychologischen Test zu unterziehen. Zudem betonte Jacksons Ex-Frau, dass sie mit einem DNA-Test nachweisen würde, dass sie die biologische Mutter des zwölfjährigen Prince Michael und der elfjährigen Paris sei.

Zudem wolle sie eine einstweilige Verfügung gegen Jacksons Vater Joe erwirken, um diesen von den Kindern fernzuhalten.

Ausdrücklich nicht berücksichtigt
Rowe war von 1996 an drei Jahre lang mit dem Superstar verheiratet. In seinem am Mittwoch verlesenen Testament hatte er sie ausdrücklich nicht bedacht. Das Sorgerecht seiner insgesamt drei Kinder übertrug Jackson darin an seine 79-jährige Mutter Katherine und für den Fall von deren Tod an die US-Sängerin Diana Ross.

US-Medienberichten zufolge hatte Rowe bei der Scheidung auf das Sorgerecht verzichtet. Zuletzt berichteten US-Medien über Gerüchte, wonach Jackson und Rowe nicht die biologischen Eltern der zwei Kinder seien.

Eine für Montag vorgesehene Anhörung zum Sorgerecht für die drei Kinder wurde verschoben. Die "Los Angeles Times" berichtete, Jacksons Mutter Katherine und die Mutter der beiden älteren Kinder, Deborah Rowe, hätten gemeinsam um den einwöchigen Aufschub gebeten.

"Wahrscheinlich falsch"
Ein Richter wies unterdessen den Antrag der von Jackson eingesetzten Testamentsvollstrecker zurück, seiner Mutter ihre vorläufigen Vollmachten wieder zu entziehen.

Zugleich räumte der Richter aber ein, dass die vorläufige Übertragung geschäftlicher Vollmachten an die Mutter angesichts des inzwischen aufgetauchten Testaments "wahrscheinlich falsch" war. Auch diese Frage soll seinen Worten zufolge erst am Montag geklärt werden.

Richter um gütliche Einigung bemüht
In dem am Mittwoch bei einem Gericht in Los Angeles vorgelegten Testament hatte der Popstar sein gesamtes Vermögen einem Michael-Jackson-Familienfonds überschrieben. Als Treuhänder setzte er seinen Anwalt John Branca und den Musikmanager John McClain ein.

Richter Mitchell Beckloff forderte die beteiligten Parteien auf, bis zu der für Montag geplanten Anhörung eine gütliche Einigung zu finden. "Ich möchte gern, dass sich die Familie hinsetzt und versucht, diese Arbeit zu machen, damit wir es im Gericht nicht schwer haben", sagte er laut "Los Angeles Times" vom Donnerstag bei einem ersten Treffen mit den Anwälten.

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