Ermittlungen gegen Ärzte
Laut "Los Angeles Times" konzentrieren sich die Ermittlungen auf zumindest fünf Ärzte, die Jackson Medikamente verschrieben. Die DEA werde die Rolle von Jacksons Ärzten untersuchen, sagte ein Ermittler, der wegen der heiklen Untersuchungen anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AP.
Die Behörde werde sich auch mit den verschriebenen Medikamenten befassen und ob die Ärzte - wie gesetzlich verlangt - bei der DEA registriert waren. Außerdem werde man prüfen, ob der Fall als Drogenhandel bewertet werden könne.
Narkosemittel in Jacksons Villa
In Jacksons Villa wurde neben zahlreichen anderen Medikamenten auch das starke Narkosemittel Propofol gefunden. Das kann bei Überdosierung zu Herzstillstand führen und wird im Normalfall nur von Ärzten für die Narkose bei Operationen eingesetzt.
Jackson starb im Alter von 50 Jahren an Herzversagen. Das Ergebnis der Obduktion bzw. der toxikologischen Tests wird erst in einigen Wochen erwartet. Der Fokus der Ermittlungen liegt aber auf dem vermuteten Medikamentenmissbrauch des Sängers.
Mit falschen Namen zu mehr Medikamenten
Die gewöhnlich gut informierte Klatsch-Website TMZ.com berichtete am Donnerstag, Jackson habe eine Reihe von Pseudonymen verwendet, um an die große Menge verschreibungspflichtiger Medikamente zu kommen, die er konsumierte. Die Website spricht von "krassem Missbrauch durch Jackson und einige prominente Ärzte".
Laut dem Bericht soll Jackson die Namen "Omar Arnold" und "Jack London" für Rezepte verwendet haben, ebenso die Identitäten eines Bodyguards und der Sprechstundenhilfe eines seiner Ärzte. Zu den so bezogenen Medikamenten habe auch Demerol gehört.
Anästhesie für jeden Eingriff
Unter Berufung auf Ärzte schrieb TMZ.com am Samstag, dass Jackson auch von Ärzten im Umkreis von Los Angeles für kleinere Eingriffe wie Aknebehandlung oder andere kosmetische Operationen darauf bestanden hatte, anästhesiert zu werden - auch wenn das medizinisch nicht notwendig gewesen wäre.
Laut TMZ.com wurde Jackson als "Anästhesie-Süchtiger" beschrieben. Er soll auch starke Schmerzmittel wie Demerol vor und nach diesen Prozeduren bekommen haben.
Von Schlaflosigkeit gequält
Vertraute und Mitarbeiter Jacksons berichteten unabhängig voneinander, dass der "King of Pop" ein ausgesprochener Gegner von Drogenkonsum war, aber Probleme mit Medikamenten hatte.
Cherilyn Lee, eine Krankenschwester, die für den Sänger gearbeitet hatte, sagte, Jackson habe vor allem an quälender Schlaflosigkeit gelitten. Seine mehrmalige Bitte, ihm das starke Schlafmittel Propofol zu spritzen, habe sie verweigert.
Auch der israelische Bühnenmagier Uri Geller, ein Freund Jacksons, sprach am Donnerstag über Medikamentenmissbrauch. Er habe versucht, dem Sänger die Medikamente abzunehmen, und bei gemeinsamen Reisen in England sogar in Jacksons Hotelsuiten auf dem Boden geschlafen, um seinen Gesundheitszustand kontrollieren zu können.
Links:
- DEA
- Michael Jackson (Sony Music)
- Michael Jackson (Wikipedia)
- TMZ.com
- "Los Angeles Times"-Artikel