Schwarzenegger ist nicht allein

In Illinois bekommen die Beamten ab August keine Löhne mehr, wenn das Budgetpatt andauert.
Der US-Bundesstaat Kalifornien steht im Moment nicht allein mit seinen budgetären Problemen da. Gouverneur Arnold Schwarzenegger beruhigte seine Bürger mit dem zweifelhaften Argument, dass es auch 30 anderen Bundesstaaten nicht viel besser gehe.

In vielen Bundesstaaten begann das fiskalische Jahr zur Mitte des Kalenderjahres, also mit 1. Juli. Was Schwarzenegger verschwieg: Kein anderer Staat hat derzeit so große Sorgen wie Kalifornien. Bei einer Handvoll Bundesstaaten gibt es allerdings tatsächlich ernste Probleme.

Ringen ums Budget hat Tradition
Um bundesstaatliche Budgets wird in den USA traditionellerweise bis "fünf nach zwölf" gerungen. Bei der Mehrzahl der von Schwarzenegger genannten Staaten werden die Budgetprobleme daher früher oder später gelöst sein.

Andere, etwa Illinois, stehen jedoch wie Kalifornien bereits vor der Kürzung oder Streichung staatlicher Leistungen. Im Bundesstaat, der mit Chicago die drittgrößte Stadt der USA beherbergt, gibt es eine absolute Pattstellung, was das Budget anbelangt.

Beamte ohne Lohn
Am Dienstag hätte Illinois die letzte Chance auf den Beschluss eines Budgets gehabt. Die Sitzung wurde ohne jeden Beschluss oder die Vereinbarung von weiteren Verhandlungen beendet. Nicht viel besser sieht es in Pennsylvania aus.

Gouverneur Ed Rendell sagte, es werde wohl nicht so bald einen Budgetbeschluss geben. An den nächsten zwei Freitagen bekommen seine Staatsbediensteten noch normalen Lohn, danach zweimal ein bisschen Geld und dann nur noch Gutschriften, sollte es keine Lösung geben.

Kalifornien ist anders
Das Ende des fiskalischen Jahres führte auch in Arizona, Indiana, Ohio, Connecticut und Mississippi zu verbissenen Verhandlungen und nächtelangem Rechnen. Allein schon wegen der Größe Kaliforniens haben die dortigen Probleme jedoch eine andere Dimension.

Der "Goldene Staat"
Jeder achte US-Bürger wohnt im bevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA. 13 Prozent der Wirtschaftsleistung des gesamten Landes werden in Kalifornien erwirtschaftet. Heuer werden die Steuereinnahmen des "Golden State" jedoch erstmals seit 70 Jahren sinken.

Kalifornien leidet derzeit ganz besonders unter der Wirtschaftskrise. Die Arbeitslosenquote liegt mit 11,5 Prozent gut zwei Prozentpunkte über dem nationalen Schnitt, das Platzen der Immobilienblase hat die Bewohner des Westküsten-Staates hart getroffen.

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