Video schockiert Weltöffentlichkeit

Video einer sterbenden jungen Frau geht um die Welt.
Die junge Iranerin Neda Agha-Soltan wurde in den vergangenen Tagen zur Ikone der Proteste im Iran. Seit Samstag kursiert ein Video von Agha-Soltan im Internet, das sie blutverschmiert auf einer Straße liegend zeigt.

Sie war von Milizionären erschossen worden. Der Film wurde bereits Hunderttausende Male im Internet abgerufen. Bei Protesten in aller Welt gegen die iranische Führung zeigen Demonstranten nun Fotos von Neda.

"Bassidsch zielten absichtlich"
Ihr Verlobter sieht die Verantwortung für ihren Tod bei der islamischen Bassidsch-Miliz. Aus Videos von dem Vorfall und Berichten von Augenzeugen gehe klar hervor, "dass wahrscheinlich Paramilitärs der Bassidsch in Zivilkleidung absichtlich auf sie zielten", sagte Kaspian Makan am Dienstag der persischen Ausgabe des britischen Rundfunksenders BBC.

Seine Freundin sei in die Brust getroffen worden und binnen weniger Minuten gestorben. Auch der "Guardian" verfügt über ähnliche Aussagen Makans und hat die Geschichte des Mädchens akribisch recherchiert.

Nahm angeblich nicht an Protesten Teil
Laut Makan nahm Agha-Soltan nicht an einer Demonstration teil. Vielmehr habe sie sich in der Nähe der Proteste nur kurz die Beine vertreten wollen, weil sie mit ihrem Musiklehrer im Stau gesteckt und ihr heiß gewesen sei. Sie habe zwar Sympathie gegenüber den Demonstranten empfunden, habe selbst aber nicht protestiert.

Makan kritisierte, dass die Behörden ihre Leiche erst nach hartnäckigen Bitten freigegeben hätten. Die Familie habe Agha-Soltan auf dem Behescht-e-Sahra-Friedhof im Süden Teherans bestattet, eine Trauerfeier in einer Moschee hätten die Behörden aus Angst vor "unerwünschter Aufmerksamkeit" nicht erlaubt.

Sohn des Schahs tief berührt
Ihr Schicksal hat auch den im Exil lebenden Sohn des früheren Schahs tief berührt. Er zähle die junge Frau von nun an zu seinen Töchtern, sagte Resa Pahlewi am Montag (Ortszeit) in Washington der Nachrichtenagentur AFP.

Gegen Tränen kämpfend holte er aus seiner Brusttasche einen Stapel Fotos hervor, die seine Frau Jasmine, seine drei Töchter Nur, Iman und Farah sowie Neda zeigen. Nedas "einzige Sünde" sei ihre Forderung nach Freiheit gewesen, sagte Pahlewi.

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