Die Organisation fürchtet zudem um die Sicherheit der reformorientierten Präsidentschaftskandidaten Mir-Hossein Mussawi und Mehdi Karubi, wie es in einer am Samstag der APA übermittelten Aussendung heißt.
"In keinster Weise fair"
Der Sprecher der "Internationalen Kampagne", Hadi Ghaemi, erklärte, es habe im Iran offenbar über Nacht ein "Coup" stattgefunden, um allen anderen Parteien den Wahlsieg von Präsident Mahmud Ahmadinedschad aufzuzwingen. "Diese Wahlen können unter solchen Umständen in keiner Weise als fair bezeichnet werden", sagte Ghaemi, ein Mitstreiter der iranischen Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi.
Die Organisation warnte, dass im Iran Gewalt gegen jene drohe, die sich nicht mit dem offiziellen Wahlergebnis abfinden und dagegen protestieren wollten. Zugleich berichtete die "Kampagne", dass die Büros der Reformkandidaten Mussawi und Karubi von Sicherheitskräften durchsucht und geschlossen worden seien. Die Sicherheitsbehörden hätten auf den Straßen ihre Macht demonstriert.
Berichte über Festnahme dementiert
Die ursprünglichen Befürchtungen, Mussawi könnte festgenommen worden sein, bestätigten sich indes nicht, wie die Internationale Kampagne für Menschenrechte im Iran am Samstag in einer weiteren Aussendung mitteilte.
Alle Anzeichen deuteten allerdings darauf hin, dass die Regierung Ahmadinedschads eine Kombination von Einschüchterung und militärischer Stärke anwende, um jede Anfechtung der offiziellen Wahlergebnisse zu verhindern.
Mussawis offizieller Website zufolge wurden Anhänger des Reformkandidaten, die sich vor dessen Hauptquartier versammelt hatten, um seinen vermeintlichen Sieg zu feiern, von der Polizei unter Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken auseinandergetrieben.
Mussawis Hauptquartier sei seitdem geschlossen, ebenso jenes Karubis. Am späten Freitagabend hatte sich Mussawi bei einer Pressekonferenz zum "absoluten Sieger der Wahl" erklärt. Kurz danach verkündete jedoch das Innenministerium, dass nach ersten Auszählergebnissen Ahmadinedschad die Wahlen mit großem Vorsprung gewonnen habe.
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